DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 21.09.2017 um 10.30 UTC



Leicht wechselhaft. Bei längerem Sonnenschein tagsüber warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 28.09.2017


Am Sonntag, dem Beginn des Mittelfristzeitraums, liegt Deutschland am Rand eines
kräftigen, blockierenden Hochs mit Schwerpunkt über Fennoskandien. Dabei gelangt
mit östlicher Strömung zum Teil recht feuchte Festlandsluft zu uns. Während im 
Süden und Osten am Rand eines Höhentiefs über Osteuropa etwas Regen fällt, 
scheint in den westlichen Landesteilen häufiger die Sonne. 
Bis Mittwoch ändert sich an der Konstellation im Bodendruckfeld nur wenig. 
Allerdings wandert das Höhentief, Typ: Kaltlufttropfen, von Osten mit der 
Bodenströmung westwärts und nimmt Mitte der nächsten Woche Tuchfühlung auf mit 
einem Langwellentrog über dem Nordatlantik. Gebietsweise kommt es somit zu - 
meist leichteren - Niederschlägen, deren Schwerpunkt sich an der Nordflanke des 
Höhentiefs über Norddeutschland befinden dürfte. Nach Süden zu sind dann doch 
einige längere sonnige Abschnitte möglich, nachdem sich eventuelle Nebelfelder 
aufgelöst haben. Sowenig wie markante Entwicklungen in diesem Zusammenhang zu 
erwarten sind, ist landesweit freundliches und warmes Herbstwetter auszumachen. 
Nur wo längere Zeit die Sonne scheint und entsprechend auch die 
Tagestemperaturen auf Werte um 20 Grad steigen, ist ein Hauch von 
Altweibersommer zu spüren.

Zur erweiterten Mittelfrist hin bleibt die Blockierungslage erhalten. Das 
Hochdruckgebiet zieht sich den aktuellen Berechnungen zu Folge aber etwas nach 
Norden zurück und machte den Weg frei für atlantische Tiefausläufer, die den 
Südwesten und äußersten Westen erreichen können. Vor allem in die Südwesthälfte 
würde dabei wärmere Luft aus Südwesteuropa gelangen. Dies wurde in den Vorläufen
allerdings noch deutlich progressiver simuliert, so dass dahinter Fragezeichen 
verbleiben.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Vorläufe lieferten über weite Strecken ähnliche Ergebnisse. Nur zum Ende hin
divergieren die Lösungen etwas deutlich, was angesichts des Prognosezeitraums 
auch nicht verwundert. Die Konsistenz des IFS ist damit gut und die Prognose in 
dieser Hinsicht vertrauenswürdig.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Die anderen globalen Modelle GFS und ICON haben auch keine alternativen Lösungen
in petto. Abgesehen von den üblichen Unschärfen wird ähnlich simuliert. Erst 
gegen Ende greifen im ICON Tiefausläufer rascher von Westen her über, was aber 
zunächst mal eher unwahrscheinlich erscheint, da dies eine Einzellösung ist.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Anhand einiger Rauchfahnen deutscher Städte werden die Aussagen des Hauptlaufs 
von den Ensembles bestätigt. Die Bündelung der Kurvenschar für T850 hPa und 
Geopot. 500 hPa bleiben bis nächsten Mittwoch relativ eng. Für den Süden und 
Westen sind nur leichte Niederschlagssignale auszumachen, für den Norden und 
Osten werden diese häufiger und entsprechend damit auch in etwa den schon 
beschriebenen Abläufen.
In der Clusterung werden für den ersten Zeitabschnitt trotz nur geringer 
Unterschiede 4 Cluster gebildet.
Danach, bis +168h ist nur ein Cluster vorhanden, in der erweiterten Mittelfrist 
2 Cluster, die alle das Blocking zeigen, an dem sich auch nicht ändern sollte. 
Auch aus dieser Sicht erscheinen die Aussagen des Hauptlaufs als 
Prognosegrundlage geeignet.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Außer den Frühnebelfeldern und vielleicht mal Windböen an den Küsten gibt es 
mittelfristig keine signifikanten Wetterscheinungen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECM (EPS), Mos
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Bernd Zeuschner  
 

Quelle: DWD
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