DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 16.01.2018 um 10.30 UTC



Vor allem anfangs Schneefälle, allmählich kälter. Entwicklung nächste Woche noch
unsicher. 
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 23.01.2018


Am Freitag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt Deutschland nach dem 
EZMW-IFS im Bereich eines breiten Troges, wobei Höhenkaltluft mit z.T. unter -35
Grad in 500 hPa wetterwirksam ist. Tiefdruckgebiete nördlich unseres Landes 
sorgen rückseitig einer nach Südosten abgezogenen Front für eine mäßig starke 
westliche Bodenströmung. In der labil geschichteten Meereskaltluft kommt es zu 
zahlreichen Schauern, wobei bei 850-hPa-Temperaturen um -6 Grad teils bis in 
tiefe Lagen Schnee fällt. 
Am Samstag weitet sich der Trog bis nach Tunesien südwärts aus und verkürzt 
seine Wellenlänge. Seine Achse erreicht im Laufe des Tages unser Land. Dabei 
verbleiben wir in labil geschichteter Meereskaltluft. Über Italien und der Adria
entwickelt sich ein kräftiges Tief, so dass der Wind im Südosten allmählich auf 
nördliche Richtung dreht, während sonst noch sich abschwächender Südwestwind 
überwiegt. Wie am Vortag kommt es zu Schneeschauern. 
Am Sonntag tropft der Trog ins Mittelmeer ab und Deutschland gerät in den 
Bereich eines schwachen Rückens. Bodennah wird vorübergehend ein Keil des 
Azorenhochs wetterwirksam, während das Mittelmeertief zum Balkan zieht. Im Laufe
des Tages erreicht ein neues Tief Großbritannien. Damit frischt im Tagesverlauf 
im Westen der Südwind deutlich auf und am Abend greifen von Westen her 
Niederschläge über. Diese können anfangs noch bis in tiefere Lagen als Schnee 
fallen, es setzt aber rasch Milderung ein. 
In der Nacht zum Montag zieht das Tief zur südlichen Nordsee und erreicht am 
Montag die Mitte Deutschlands. In diesem Zusammenhang erreicht uns von 
Nordwesten auch ein neuer Trog. Dabei weiten sich die Niederschläge auf alle 
Gebiete außer dem äußersten Osten aus. Bei 850-hPa-Temperaturen meist zwischen 
-4 und -2 Grad muss überwiegend mit Regen gerechnet werden, im Kernbereich des 
Tiefs sind aber auch kräftige Nassschneefälle bis in tiefere Lagen vorstellbar. 
Der Wind frischt vor allem an der Nordwestflanke des Tiefs stark aus Nordost 
auf. 
Am Dienstag verlagert sich das Tief südwärts nach Italien, während sich eine 
Hochdruckzone von den Azoren über Südskandinavien hinweg bis zu einem kräftigen 
Festlandshoch über Westsibirien bildet. Damit dreht der Wind landesweit auf 
Nordost und es fließt deutlich kältere Luft ein. Die Niederschläge ziehen sich 
langsam Richtung Südosten zurück und gehen zunehmend bis in tiefe Lagen in 
Schnee über. 
In den Folgetagen hält sich das Hoch über Skandinavien und der Nordsee, während 
über Südosteuropa weiterhin Tiefdruckeinfluss herrscht. Damit fließt kalte Luft 
aus dem Nordosten Europas ein, so dass sich eine winterliche Witterungsperiode 
einstellt. 
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis Sonntag ist die Konsistenz zwischen dem aktuellen Lauf des IFS recht gut, 
wobei der gestrige 12-UTC-Lauf am Sonntag noch mehr (Höhen-)Kaltluft über 
Deutschland simulierte. Ab Montag laufen die Szenarien vollkommen auseinander. 
Der gestrige 12-UTC-Lauf ließ das o.e. Tief am Montag Richtung Frankreich 
ziehen, wobei es sich allmählich auflöste. Anschließend stellt sich über Polen 
und dem Baltikum Hochdruckeinfluss ein, während auf dem Nordatlantik starke 
Tiefdrucktätigkeit zu finden ist, was zu einer südlichen Strömung führt. Der 
gestrige 00-UTC-Lauf zeigt eine ähnliche Entwicklung, wobei das Hoch noch weiter
östlich liegt. 
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Bis zum Sonntag zeigen die vorliegenden Globalmodelle eine ähnliche Entwicklung.
Ab Montag laufen sie dann deutlich auseinander. GFS und ICON zeigen eine 
ähnliche Entwicklung, wobei sich bodennah eine Hochdruckzone hält und zunächst 
noch Kaltluft wetterbestimmend ist. Am Dienstag zeigt GFS dann wieder ein neues 
Frontensystem von Westen her, das etwas mildere Luft bringt. Eine weitere 
Variante zeigen NAVGEM und GEM. Demnach würde sich bereits am Montag wieder 
Tiefdruckeinfluss bis zur Nordsee ausweiten, so dass sich wieder westliche Winde
und damit mildere Atlantikluft durchsetzen. 
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das Ensemble des EZMW wird im Zeitraum Sonntag, 00 UTC bis Dienstag, 00 UTC vier
Clustern zugeordnet, wobei diese sich stark ähneln. Sie zeigen alle ein Szenario
eines Troges, dessen Achse sich allmählich Richtung Ostmitteleuropa verschiebt. 
Während sich bei C1 (17 Mitglieder inkl. Kontrolllauf) am Dienstag bodennah noch
Hochdruckeinfluss einstellt, zeigen die übrigen drei Cluster ein rasches 
Durchbrechen einer westlichen Strömung. 
Die Rauchfahnen für Erfurt (Mitte Deutschlands) zeigen einen langsamen Abfall 
der Temperatur in 850 hPa bei geringer Streuung von Freitag bis Sonntag (auf 
etwa -7 Grad). Nachfolgend nimmt die Streuung rasch zu, wobei die Mehrheit der 
Mitglieder zunächst noch kalt bleibt. Die Niederschlagssignale sind ab Freitag 
relativ schwach. Beim Geopotenzial ist bereits ab Samstag eine leichte Zunahme 
zu sehen, wobei die Streuung schon am Sonntag deutlich zunimmt. Die Rauchfahnen 
des GFS zeigen ein sehr ähnliches Verhalten, wobei die Temperatur zunächst etwas
tiefer liegt (-8 Grad am Sonntag) und anschließend die Tendenz zum Anstieg etwas
stärker ausgeprägt ist (aber auch bei sehr großer Streuung). 
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Sturm:
Deutliche Hinweise auf Sturm sind von Freitag bis Dienstag nicht vorhanden. 

Schneefall: 
Cosmo-LEPS zeigt deutliche Signale für markante Schneefälle an den Alpen und im 
Südschwarzwald (10 bis 20 cm) von Freitagfrüh bis Samstagfrüh. In den folgenden 
24 Stunden werden erneut Signale für die Alpen (dort stark) und den Schwarzwald 
gezeigt. Es gibt aber auch leichte Hinweise (10 %) auf Schneefall über 10 cm in 
24 Stunden im Flachland (v.a. vom Münsterland bis zur Altmark). In den beiden 
Folgetagen gibt es noch schwache Hinweise auf markante Schneefälle an den Alpen.


Frost: 
Von Freitag bis Dienstag steigt von Osten her die Wahrscheinlichkeit für 
Dauerfrost, so dass sich vor allem im höheren und östlichen Bergland sowie im 
Nordosten eine mehrtätige Dauerfrostperiode einstellen könnte. Ab der Nacht zum 
Sonntag steigt im Mittelgebirgsraum (und in den Alpen sowieso) die Gefahr 
strengen Frostes. 
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX/MOS-EZMW von gestern, 09 UTC (weil der heutige 00-UTC-Lauf des IFS ein 
Ausreißer ist). EZMW-EPS. 
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann / M.Sc. Met. Stefan Bach 
 

Quelle: DWD
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