Wetterchronik 1841

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9. August

Hagelunwetter in Balgstädt eingetragen von Mark am 27. September 2001

Aus jener Zeit verdient noch ein verheerendes Hagelwetter Erwähnung, welches am Montag, den 9. August 1841,
nachmittags gegen 3 Uhr, über Balgstädt losbrach und sämtliche Feldfrüchte mit Ausnahme des Roggens, welcher meist schon
eingefahren war, ebenso die Blätter und Früchte der Obstbäume und Weinberge völlig vernichtete. Auch die nach Südwesten zu
gelegenen Fensterscheiben und Dachziegel wurden durch die zum Teil faustgroßen Hagelkörner zertrümmert. Der Hasselbach war so
angeschwollen, daß die daran wohnenden Leute ihre Häuser und Ställe mit dem Vieh verlassen mußten. An der Dorfbrücke stauten
sich die Hagelkörner so, daß das Wasser kaum hindurch konnte. Als das Unwetter vorüber war, stieg infolge der Abkühlung des
erhitzten Bodens ein weißer Dampf von der Erde auf. Erst nach acht Tagen schmolzen die letzten Hagelkörner. Die Einwohner
berechneten ihren Schaden auf 9760 Taler. Da außer dem Rittergutspächter Amtmann Julius Höckner niemand gegen Hagelschlag
versichert war, so erließ Pfarrer Clußmann im Querfurter Kreisblatt vom 10. August einen öffentlichen Hilferuf. Auch wurden dem Orte
213 Taler Grundsteuer und 48 Taler Klassensteuer erlassen. Da kein Futter vorhanden war, wurde das Vieh zum Teil verkauft, zum Teil
auf andere Dörfer in Pflege gegeben. Im Gemeindebuche wurde ein Bericht über das Hagelwetter niedergeschrieben, welcher mit dem
Spruch Psalm 148, 7-8, abschließt: "Lobet den Herrn auf Erden, ihr Walfische und alle Tiefen, Feuer, Hagel, Schnee und Dampf,
Sturmwinde , die sein Wort ausrichten. "Unterzeichnet ist der Bericht vom Richter Ferber, vom Schulzen Minkmar, von Christian
Zeugner, Karl Schmidt, Fr. Urban, Karl Zeugner, Gotthilf Täubner, Pochmann, Blanke und Ostermann.

Quellen:

Chronik Balgstädt (Burgenlandkreis)
http://www.balgstaedt.de/chronik1994a.html









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