Wetterchronik 1909

Infos Neuer Eintrag Übersicht

4. Februar

Hochwasser im Lahntal eingetragen von Mark am 22. September 2001

Im Winter 1909 hatte es viel Schnee gegeben. Durch die strengen Frostnächte war zudem der
Boden tief gefroren. Plötzlich gab es Tauwetter. Es regnete in Strömen. Auf dem gefrorenen
Schnee bildeten sich kleine Rinnsale, das Wasser lief zusammen, Unterbach und Oberbach
schwollen an, es gab Hochwasser.

Man schrieb den 4. Febr. 1909. Die schweren Regenfälle hatten den meisten Schnee in
Windeseile zu Wasser schmelzen lassen, die Wassermassen nahmen im Wald Laub und Äste
mit sich, der zunächst gefrorene Boden wurde schnell aufgeweicht, Erde, Kies, Steine wurden
mitgerissen, Äste und Stämme umgestürzter Bäume verstopften die Durchlässe an den wenigen
Brücken und rissen die Staudämme für die Wasserregulierung der vielen Mühldeiche mit. Der
Bach trat schließlich überall über seine Ufer, das Bachbett füllte sich mit Geröll, das Wasser
suchte sich seinen Weg durch die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Ortstraßen Langgasse,
Kirchgasse, Mühlgasse in Richtung Lahn (Abb. 4).

In aller Eile versuchten die Einwohner zu retten, was zu retten war. Das Vieh wurde aus den
ebenerdigen Ställen in höhergelegene Scheunen und in Wohnräume gebracht. Wagen und
Geräte wurden meist von den Wassermassen mitgerissen. Der untere Ortsteil wurde von einer
gurgelnden braunen Brühe durchflossen, die auch Schäden an vielen Gebäuden anrichtete.

Ein Sonderblatt der "Emser Zeitung" berichtet:

Dausenau, 5. Febr. (Wassersnot) Unser Dorf ist durch Hochwasser in große Gefahr geraten.
Die herabströmenden Bäche und die Lahn haben die Straßen völlig überschwemmt, so daß hier
ein Verkehr nicht mehr möglich ist. Das neue Stallgebäude der St. Castor-Mühle wurde
vollständig weggerissen, zwei Stück Rindvieh, die nicht mehr herausgebracht werden konnten,
standen zwischen den Trümmern und brüllten. Vom Restaurationsgebäude der Castor-Mühle ist
der Giebel weggerissen, das Haus kann jeden Augenblick weggerissen werden. Etwa
30 bis 40 Mann Coblenzer Pioniere kamen gestern abend hier an. Sie hatten den Weg über den
Concordiaturm genommen, um hierher gelangen zu können. An der Minor'schen Mühle wurden
an beiden Seiten die Mauern sowie der Garten weggerissen. Letzte Nacht hat ein Teil der
Einwohner in der Kirche schlafen müssen.'

An anderer Stelle wird berichtet, daß die Emser Zeitung und die Diezer Zeitung infolge Mangels
an Betriebskraft noch nicht erscheinen können, das Wichtigste werde daher auf einem
Extrablatt geboten.

Unter 'Ems, 6. Februar' heißt es: ' Das Hochwasser, das durch das Tauwetter so plötzlich über
unsere Stadt hereinbrach, ist das höchste, dessen man sich hier erinnern kann. Selbst 1841
und 1882 war die Katastrophe im Lahntal nicht so groß wie diesmal. Gestern fiel das Wasser
nur ganz langsam und erst im Laufe der Nacht ging es vielleicht um einen Meter zurück. Die
Lahn führt viele Trümmer mit sich. Vor allem waren die 4 Brücken gefährdet, besonders die
Kurbrücke, über deren Plattform die Lahn schon am vorgestrigen Abend schäumte...'

Quellen:

Dausenau im 20. Jahrhundert
http://www.rhein-lahn-info.de/geschichte/heimatbuch-dausenau/zwanzig-jhd.htm









Passwort

Hosting: www.wetterzentrale.de, Programmierung: Mark Vornhusen