Wetterchronik 1905

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zum Jahr

Wetter und Ernte in Wahlenheim eingetragen von Mark am 21. September 2001

Die Witterung im Frühjahr war der Entwickelung der Feld=
früchte sehr günstig. Ende Mai hatte unser Feld ein sehr
schönes aussehen. Besonders waren die Reben im Wachs=
tum weit voran.
Am Pfingstsamstag, 10.6.05, Abends um 7 Uhr ging
in unserer Gegend ein starkes Gewitter nieder. Dasselbe
war von Hagelschlag begleitet. Die Hagelkörner hatten
die Größe eines Taubeneies. Der Sturm kam in der Richtung
von Rottelsheim her. Es zog sich an der Nordostseite
unseres Dorfes hin. Den größten Schaden erlitt der Hopfen.
Auch viel Obst, namentlich Kirschen, wurden von den Bäu=
men geschlagen. Das Unwetter zog in der Richtung nach
Hochstett und Wittersheim weiter, wo der angerich=
tete Schaden sehr bedeutend war.
Der Monat Juni war warm. Die Heuernte fiel gut
aus. Der Ertrag war reichlich.
Am 4.7.05 Abends um 8 Uhr brach in unserer Gegend
von Westen her ein heftiger Sturm los. Er war von
starkem Regen begleitet. Der Orkan hielt ungefähr eine hal=
be Stunde an. Viel Obst wurde von den Bäumen geschüt=
telt. Obstbäume wurden entwurzelt oder gebrochen.
Groß war auch der Schaden im Hopfenfelde. Die meisten
Stangen lagen um. Sogar an den Drahtanlagen war
der Schaden bedeutend. Der Sturm war so heftig, daß
ein Aufhalten im Freien ein Ding der Unmöglichkeit
war.
Die Sommermonate Juli und August, waren recht heiß.
Regen fiel während dieser Zeit sehr wenig. Wegen
dieser großen Hitze fiel der Nachmittagsunterricht sechs=
6 Nachmittage mal aus. Die Sommerhitze brachte das Getreide schnell
Hitzferien zur Reife. Die Getreideernte fand in der zweiten Hälfte
des Monats Juli statt. Die Leute hier behaupten, der
große Sturm vom 4.7.05 bewirkte diese Schnellreife.
Der Ertrag blieb weit hinter dem des Vorjahres zu=
rück. Die Fruchtkörner, besonders beim Weizen, blieben
sehr klein.
Die Reben, welche gerade dieses Jahr eine reiche Ernte verspra=
chen, wurden von der Blattfallkrankheit befallen.
Andere Feldfrüchte, wie Kartoffeln und Hopfen, entwickelten
sich vortrefflich. Die Hopfenernte fiel reichlich aus. Sie begann
in der Woche vom 3.9.05..Die Preise blieben gleich von Anfang
an niedrig. Sie schwankten zwischen 35 - 50 M pro Zentner.
Die diesjährige Obsternte war befriedigend. Stein=
obst, besonders Kirschen und Quetschen, gab es reichlich, Kern=
obst weniger. Die Nußbäume waren auch schön behangen.
Der Ertrag des Grummets war gering.
Die Ernte fiel dieses Jahr in die Herbstferien.

Die beide Haupternten im Spätjahr, die Kartoffelernte und
die Weinlese, waren für die hiesigen Bauern befriedi=
gend. Die Weinlese blieb hinter der Vorjährigen bezüg=
lich Qualität und Quantität zurück. Dies hat seine Ur=
sache darin, daß im Laufe des Sommers die Reben von der
Blattfallkrankeit befallen wurden. Das Laub war gelb,
auch braun verbrannt ; die Beren trockneten ein. Trotz
Bespritzen und Schwefeln der Rebstöcke konnte man der Krank=
heit nur wenig oder keinen Einhalt tun.
Im Monat Oktober herrschte meistens regnerisches, kaltes=
Wetter, auch noch im November. Das ganze Spätjahr
war überhaupt naß und kalt.

Quellen:

Schulchronik Wahlenheim (Elsass)
http://mathern.free.fr/Wahl_chroniq-al.htm









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