Wetterchronik 1717

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August

Unwetter und Blitzschlag in Pfersee eingetragen von Mark am 18. September 2001

Anno 1717 im Augsut, so war der Sonntag vor Laurentii hat sich früh morgens unter "währender" Predig Zeit bei einer unerträglichen
Hitz "der Himmel mit einer solichen Finstere überzogen, daß man kümerlich lesen können", es erhob sich zugleichein heftiger
Sturmwind mit darauf erfolgtem Schauer und Platzregen und endlich "nach anhaltendem diesem halbviertelstündigen Ungewitter
schlug es mit fast niemals erhörten Gewalt zu oberst in das Dach am hinteren Schießer des Langhauses ein", zerschmetterte die
großen Bäume dort auf dem Rasen, "warf auf der Chorkirche unter und ober der Orgel die meißte Leut zu Boden, verletzte mehr als
20 Personen mit groß und kleinen Brandblatern, tötete auch mittels des starken Dampfes und Dunstes 2 Männer und zwar auf der
unteren Stieg zur Chorkirchen einen Soldaten, mitten in den Mannstühlen aber traf es verwunderlich dan LAchenbauern von Bergen
(Stadtbergen) und schlug ihn mauß dot, da er 5 Tage vorhero feine zweite Hochzeit gehalten." Was das für ein Schrecken und
Jammern war, da von dem "Dunst" so viel zu Boden lagen ist nicht auzusprechen und war "doch der zirnete Himmel mit dißem noh
nit begnieget", sondern etliche Vaterunser lang hernach geschah der zweite Streich neben S. Antoni Altar und gleich drauf der dritte
zu oberst in Thüre," da dann ein soliches Krachen, daß ich vermeint hab, die gantze Kirch falle zusammen." Das Lamentieren und
Schreien "Großer imd Kleiner war so erbärmich, daß ein stein hött müsse bewegt werden.

Bei alem diefem war doch gott lob und dem heiligen Donato die Ehr gegebe, fehr guet, daß diese streich kein feur mit geführt, dann
da dies geschehen wäre, würde alles in brand aufgangen und die meisten Pfarrkinder verbrant sein. Unter währendem diesem Elend
stand bei ausgesetztem eibio H. Andreas Wöhrle damaliger Frühmesser und unterbrach die hl, Messe nit. Ich und mein H.
cooperator hatten unsere Hände voll zu thun bis die Leuth wider in etwas sich erhollet." Nachdem nun gegen 1/2 11 Uhr der Jammer
in "etwas vorbei rief ich die meisten Gemeindsmänner zusammen, stellte ihnen vor, wie man Ursach habe den zirnet Gott zu
gesenftigen." Wir taten dann ein"Gelbt alle jahr an Creutz erhöhung zu dem wunderbahrlichen guett in Augsburg ein Creutzgang
anzustellen, und jährlich an dem Sonntag vor Laurentii ein zehnstündiges Gebett zu halten. Item war in hiesiger Gemend
wargenommen, fürhin die Feiertag besser zu halten und zwar, dem miller verbotten, an son und feiertag kein Maltz abzuhollen oder
sonst ins Dorff zu fahren,in gleichen dem würth kein Bier auszufiehren,"

Quellen:

Erinnerungen an Pfersee’s Vergangenheit
http://www.konline.de/Geschichte-Siller.htm









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