Wetterchronik 1991

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1. August

Hochwasserkatastrophe in Neukirchen b. Hl. Blut im Bayr. Wald eingetragen von Andy Bayerwald am 12. August 2001

Am 1. August 1991 kam ein verheerendes Hochwasser über die Bayerwaldgemeinde Neukirchen b. Hl. Blut.
Nachdem schon am Vormittag mehrere wolkenbruchartige Regenfälle niedergingen, fiel nachmittags zwischen 16 und 17 Uhr im Einzugsbereich der Bäche Schicherbach und Kaltenbach, die sich dann zum Freybach vereinigen, eine Niederschlagsmenge von bis zu 177 mm. Diese gewaltigen Wassermassen stauten sich zuerst in einem Sägewerk, bis die Wasserkraft zu stark wurde und alles hier zusammengeschobene Holz mitriss, wie bei einem Dammbruch. Dabei bildete sich eine verheerende Flutwelle. Die sonst gemächlich dehinfließenden Bäche verwandelten sich in reißende Ströme, die alles mitnahmen, was ihnen im Weg stand. Im Ortskern von Neukirchen stand das Wasser bis zum zweiten Stock der Häuser.
Hauswände, die dem Wasser (und mitgeführten Holzteilen) im Weg standen, wurden z. T. schwer beschädigt und mitgerissen. Drei Tote waren zu beklagen, einer davon wurde mehrere km außerhalb am Bach gefunden. Mehrere Personen flüchteten sich auf die Dächer und mußten mit dem Hubschrauber geborgen werden. Außerdem entstanden noch große Schäden an der Umwelt, da vielfach Heizöltanks aus den Verankerungen gerissen wurden und sich das Heizöl mit dem Wasser vermischte.
.Ein am Bach liegender Campingplatz wurde verwüstet und war die nächste Zeit unbenutzbar. 39 Autos sowie Wohnanhänger wurden weggeschwemmt und waren nachher Totalschaden.
Auch im weiteren Umkreis bis Kötzting und Viechtach gab es ähnliche, wenn auch nicht ganz so dramatische Zustände, z. B. stand in Kötzting ein Autohaus unter Wasser, und etliche Neuwagen waren unbrauchbar geworden. Bei Viechtach wurde eine Betonbrücke von einem Bach weggerissen und mehrere 100 m entfernt auf eine Wiese geschwemmt.
Im Landkreis wurde Katastrophenalarm ausgelöst.Tags darauf erreichten die Fluten die Kreisstadt Cham und verursachten ein größeres Hochwasser.
Die Bild-Zeitung titelte damals: "Flutwelle reißt Bayerisches Dorf weg"
Die Schäden betrugen gerundet ca 32 Mio DM
Eine unangenehme Begleiterscheinung der Katastrophe war ein unüberschaubarer Katastrophentourismus, am Wochenende nach dem Hochwasser stauten sich die Fahrzeuge der Schaulustigen kilometerweit an allen Straßen zum Ort.

Gruß Andy


Quellen:


http://www.ebb-gmbh.de/ebbaktuell/artikel4.htm
http://www.schiro-film.de/Stammtisch_Schiro/hauptteil_stammtisch_schiro.html (bei 1991)

Chronik des Technischen Hilfswerks Cham
Chamer Zeitung 3. 8. 1991
Buch: Flutwelle 1. August 1991 Neukirchen b. Hl. Blut, Herausgegeben von der Marktgemeinde Neukirchen b. Hl. Blut im Jahre 2001 zum 10jährigen Gedenken
Eigene Erinnerung












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