Wetterchronik 1886

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23. Mai

Trombe von Wetzlar eingetragen von Klimario am 2. August 2001

Am 23. Mai gegen Abend wurde in der Nähe von Wetzlar eine Trombe beobachtet,
welche erhebliche Zerstörungen anrichtete.
Zwei getrennte Gewitter vereinigten sich südlich der Stadt zu einer äusserst
schweren und dunklen Wolke.
Es bildeten sich zwei rötlichfarbene Staubsäulen (Boden eisenoxidhaltig), von
denen eine auf die Stadt zuzog, aber nur Äste von großen Bäumen abbrach, die
Stadt in Staub hüllte und dann verschwand.
Die zweite Säule markierte ihren Weg mit vereinzelten, aber intensiven Zerstörungen an Bäumen und Häusern.
Im Lahntal wurde ein schlauchartiges, schnell herabsteigendes Gebilde gesehen.
Es wurde nachtdunkel. Getöse wie von Eisenbahnzügen wurde vernommen.
Äste, Balken, Dachschiefer, Hausrat wurden 50 - 60 m angehoben und teilweise
tangential mit großer Geschwindigkeit herausgeschossen.
Es fiel weder Regen noch Hagel, aus der Säule fuhren zahlreiche starke Blitze heraus. Einige Schäden :

- schwere Eisenteile einer dachkonstruktion wurden zerbrochen oder verbogen
- ein 6 m langer Kahn wurde aus der um 1 m aufgewölbten Lahn gehoben und 50 m
entfernt wieder abgeworfen
- ein Eisenbahnwaggon wurde 40 m weit geschleudert.
- ein ganzes Pappdach eines Stallgebäudes wurde über das davorstehend höhere
Haus gehoben und 100 m entfernt fast unversehrt in einem Kornfeld abgelegt.

Quellen:

Ergebnisse der Meteorologischen Beobachtungen im Jahre 1886
Königlich Preussisches Meteorologisches Institut









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