Wetterchronik 1998

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Oktober

Regenreichster Oktober in Bayern verursacht starkes Hochwasser in Nordbayern eingetragen von Pit/Kulmbach am 13. Juli 2001

Der Oktober 1998 war der niederschlagsreichste Oktober seit Beginn der Messungen in Bayern, er brachte zwei bis
dreimal soviel Niederschlag, wie es seinem langjährigen Mittel entspricht. Hinzu kamen besonders kräftige Regenfälle
vom 28. auf dem 29.10., die zu starken Ausuferungen und Überschwemmungen an Main, an der Fränkischen Saale, an
der Vils (Oberpfalz), am Regen, an der Ilz und an der Donau führten. Bei den aufgetretenen höchsten Wasserständen
handelt es sich um Größenordnungen, die im Mittel alle 2 zum Teil aber auch nur alle 20 Jahre erreicht oder
überschritten werden. Am Main oberhalb Bamberg erreichte die zweite Welle am 1./2.11. eine Jährlichkeit von 10
Jahren, am unteren Main die erste Welle 5-10 Jahre. Die Schäden waren im Vergleich zum letzten großen Hochwasser
1995 wesentlich geringer.

Der Oktober 1998 brachte mit teilweise stürmischen, teilweise orkanartigen Winden aus westlichen Richtungen in rascher Folge
Fronten mit feuchten atlantischen Luftmassen nach Deutschland. Der Boden war schon weitgehend gesättigt und die Bäche und
Flüsse gut gefüllt, als vom 26. 10. Nachmittags bis zum 27. 10. eine Front mit kräftigen Niederschlägen Bayern von West nach Ost
überquerte. Ein weiteres kräftiges Regengebiet überquerte Bayern am 28. 10. 1998. Diese Niederschläge führten schon zu
Ausuferungen in den Zuflüsse zur Regnitz (Aisch und Wiesent) und zum Main (Oberlauf der Fränkischen Saale, Itz, Rodach).

In der Nacht vom 28. auf den 29. 10. intensivierte sich die quer über dem deutschen Mittelgebirgsraum liegende Kaltfront durch
zwei Prozesse. Einmal führte Föhn vor der Kaltfront mit Temperaturen in der Nacht von teilweise über 20 C am Alpennordrand
und das Vordringen kühler Atlantikluft hinter der Kaltfront zu einer erheblichen Temperaturverschärfung im gesamten Frontbereich.
Diese Kaltfront brachte in Bayern intensive Niederschläge. Sie verlagerte sich nur sehr langsam Richtung Süden und besonders im
Stau der nördlichen und östlichen bayerischen Mittelgebirge, aber auch im Bereich des Steigerwaldes und der Frankenhöhe fielen bis
zu über 50 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden.

Die Flüsse führten schon Hochwasser und konnten diese kräftigen Regenfälle nicht mehr gefahrlos abführen. Am Regen, an den
Zuflüssen zur Regnitz, im Oberlauf der Fränkischen Saale, der Wörnitz und der Altmühl und in den Zuflüssen zum Oberen Main
wurde stellenweise die Meldestufe 4 erreicht. Im Landkreis Miltenberg war die Mud stark betroffen, im Lkr. Cham der Regen. In
beiden Landkreisen mußte Katastrophenalarm ausgelöst werden.

In der Folge bildeten sich sowohl im Main nach dem Zusammenfluß mit der Regnitz, wie an der Donau unterhalb Regensburg
langgestreckte Hochwasserwellen. Am Main vereinigte sie sich mit den Zuflüssen aus der Fränkischen Saale. Die höchsten
Wasserstände des Main wurden von Wertheim bis Aschaffenburg am 2.11. erreicht.

Am 31. 10. kam es zu einer zwischenzeitlichen Wetterberuhigung, örtlichen traten nur noch unergiebige Regenfällen oder
Regenschauern auf, bevor in der Nacht zum 01. 11. von Westen her ein neues Frontensystem zu großräumigen Regenfällen
erheblicher Intensität führte. Sie führten zu einem neuerlichen Anstieg der Wasserstände in den Zuflüssen zum Main und im Regen.
Am oberen Main, an der Fränkischen Saale und am Regen stiegen die Wasserstände höher als zuvor, während das
Regnitzeinzugsgebiet nicht mehr betroffen war.

Quellen:

http://www.bayern.de/lfw/hnd/hw271098/hw271098.htm









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