Wetterchronik 1933

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29. Juli

Verheerendes Unwetter im Müglitztal und Umgebung, 5 Tote eingetragen von Mark am 11. Juli 2001

Um 5 Uhr nachmittags zieht von Süden eine tiefschwarze Wolkenwand auf den Wilisch und Umgebung zu. Es folgen heftige Gewitter mit ununterbrochenen Blitzen, Hagel, Sturmböen die Bäume wie Schtreichhölzer knicken, Stromleitungen zerfetzen und Regenfälle, die Wege in Schlammwüsten verwandeln. Zuvor hatte es wochenlang eine sehr große Hitze im Kreisacher Land gegeben.

Ein Wanderer schildert das Unwetter so:

"Furcht befiel mich, als ich überall umstürzende Bäume sah, jeden Moment konnte
ich etwas abbekommen. Auf Lichtungen und Schneisen türmten sich wirr durcheinander liegende Stämme und Äste. An ein Vorwärtskommen war nicht mehr zu denken. Das Ehrenmal auf dem Wilisch-Gipfel mit Steinkugel und vergoldetem Kreuz schleuderte der Sturm in die Tiefen des Steinbruchs . . ."

In der Wilisch-Baude werden Dächer abgedeckt und Ziegel fliegen wie Geschosse umher, Gartenmöbel werden bis 50m weit fortgetragen. Eine riesige Lärche stürzt bei dem 3stündigen Unwetter auf das Wasserhaus der Baude und zerstört es. Allein im Lungkwitzer Stiftswald fallen 2000 Festmeter Holz den Sturmböen zum Opfer.
Die Flur- und Baumschäden in der Gegend von Dippoldiswalde konzentrieren sich unter anderem auf den Lindenweg von Berreuth und Ruppendorf. 80 Prozent des
Obstaufkommens in Kreischa und Umgebung fallen dem Hagel zum Opfer. In Reinhardtsgrimma und Hirschbach werden die Verluste bei Hafer und Gerste mit 75 Prozent, bei Roggen und Weizen mit 40 Prozent angegeben.

In Maxen kam die Tochter des Gutsbesitzers Weinrich ums Leben, als die Scheune bei einer Sturmböe zusammenfiel und die junge Frau unter sich begrub. Noch schlimmer wütete das Unwetter im unteren Müglitztal, im Raum Pirna und in der Sächsischen Schweiz. Der große Schornstein der Großsedlitzer Ziegelei klappte wie ein Kartenhaus zusammen. Chaos auf dem Rangierbahnhof Pirna, wo etliche Güterwagen zusammen geschoben wurden. Für drei von den Trümmern einer zusammen stürzenden Mauer erdrückten Arbeitern gab es keine Rettung mehr. Der Besitzer einer Vulkanisieranstalt wurde von Teilen eines abtriftenden Schornsteines tödlich getroffen. Der Schiffsverkehr auf der Elbe kommt zum Erliegen.


Quellen:

Sächsische Zeitung (DIPPOLDISWALDE), 07.07.01
http://www.sz-online.de









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