Wetterchronik 1929

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1. März

Stimmungsbild vom strengen Winter eingetragen von Mark am 2. Juli 2001

Dienstag 1.März (1929), die Kälte stieg von Sonnabend täglich wieder an, bis sie heute Nacht 25 Grad
erreicht hat. Und auch der Schnee wuchs täglich an, dass fast alle Dörfer des reußischen Oberlandes vom
Verkehr abgeschnitten sind, besonders die großen Wehen, die der tagelang orkanartige Sturm schuf,
hindern so. Heute morgen kam nun zum ersten Male wieder die Sonne in großer Pracht, Himmelsbläue und
diamantenes Funkeln der Rauhreifschleier schaffend. Wenn sie doch auch endlich Macht über den Winter
gewönne! Hansel hat aus Übermut sein Fläschchen ins Zimmer geworfen, so gingen wir nochmal ins Dorf,
ein neues zu kaufen. Man versank tief im Schnee und konnte vor Schneesturm kaum gehen; schon im Dorf,
wie möchte es draußen auf der Höhe sein, wo Frieder zur Bibelstunde nach Pottiga unterwegs war. Bis 12
Uhr entschloss ich mich zu warten, dann wollte ich alarmieren. Ich ging, das noch mit unseren Nachbarn zu
besprechen und erfuhr von ihnen den Trost, dass wir noch Christenmenschen sind und uns in Gottes Schutz
geborgen wissen; nur manchmal, da wird das Glauben recht schwer. Kurz vor Mitternacht hörte ich die
Haustür gehen, wie war ich glücklich und dankbar. Es hatte Frieder einen harten Kampf gekostet,
hindurchzukommen, und nur die Taschenlampe rettete vor tiefen Stürzen."

Quellen:

Tagebuch der Pfarrfrau von Pottiga
Aus "70 Jahre Kirche Pottiga" - geschrieben von Uwe Hagen 1999
http://home.t-online.de/home/pfarramt.blankenberg/pt-index.htm









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