Wetterchronik 1904

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29. Dezember

Sturm und Hochwasser in Peenemünde eingetragen von Mark am 2. Juli 2001

In der Nacht zum 30. Dezember 1904 brach ein Unwetter los. Der Wind ging
auf Nord-Ost über und steigerte sich zu einem Orkan, verbunden mit
starkem Schneetreiben. Die Peene war bis zum Grund aufgewühlt, wurde
in den Flusslauf zurückgedrängt und trat über die Ufer. Die Bewohner
retteten sich in der Nacht zunächst auf die Hausböden, wo sie frierend
und sorgenvoll auf den Morgen warteten. Einige wurden durch die Fischer
durch Fenster, Giebel und Dachluken in ihr Boot gerettet und in Sicherheit
gebracht. Einen schwerkranken Mann konnte man wegen der damit verbundenen
großen Gefahr nicht retten und musste ihn, samt Frau und Kindern, die sich
nicht von ihm trennen wollten, zurückgelassen. Das große Lotsenboot von der
Peenemünder Schanze riss sich los und wurde bei Kröslin angespült. Acht
große Fischer- und einige kleinere Boote, darunter das Schulboot, wurden
vom Strom weggetrieben. Von den etwa 100 bewohnten Häusern des Dorfes
blieben ein Dutzend von der Flut verschont. In vielen Wohnungen reichte
das Wasser bis an die Fensterbänke. Das ganze Peenemünder Territorium
war ein großer See, aus dem nur ein schmaler Streifen Land hervorragte.
Die Wasserhöhe übertraf die vom 13. November 1872 um mindestens 12
Zentimeter.
Erst am Nachmittag fiel die Flut soweit, dass die Einwohner ihre
zerstörten Wohnungen wieder betreten konnten. Alle Einwohner erlitten
Verluste an Hab und Gut, Schilfrohr, Bretter, Nutzholz und andere Sachen
wurden fortgespült. Die Wintersaat größtenteils verloren.

Am Abend des 13. Januar 1905 stieg der Wasserspiegel erneut bedenklich hoch
an.

Quellen:

Chronik von Peenemünde
http://www.peenemuende-info.de/D/body_1900-1905.html









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