Wetterchronik 1785

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Winter 1784/1785

strenger Winter eingetragen von Mark am 15. Juni 2001

Anno 1785 war ein außerordentlich starker Winter. Im November des vorigen Jahres stellte sich
der erste Schnee ein und hielt an bis in den Monat März mit so einer gewaltigen Menge Schnee,
daß es Windwehen von 5 bis 6 Ellen hoch angesetzt. Aus weiten Ländern, als Engelland,
Frankreich, Italien, Sizilien, gingen Nachrichten ein, daß es in den dortigen Gegenden im Monat
Februar 1 ½ Ellen hoch Schnee geworfen, daß sogar die feuerspeienden Berge bei Neapolis
mit Schnee bedeckt gewesen, welches sich bei Menschengedenken niemand zu erinnern
wußte. Viele Hauptstraßen haben nicht passiert werden können und Güterwagen sind von
großen Schneeklumpen verschüttet worden. Viele Menschen sind stecken geblieben und
erfroren. Erfahrene reisende Kaufleute versicherten, daß sie nach Polen, Ungarn, Tirol etc.,
sogar bis Rovereto an der italienischen Grenze, auf den Schlitten ihre Reisen verrichten
konnten. Das Wild hat sich vor Hunger in die Dörfer begeben, vieles hat man tot gefunden.
Auch haben die Wölfe die Straßen sehr unsicher gemacht, Menschen und Vieh angefallen. Die
Kälte war bisweilen so heftig, daß selbige, nach gemachten Beobachtungen, die Anno 1740
noch soll überstiegen haben. An manchen Orten ist das Brennholz so rar gewesen, daß der
Schragen mit 20-24 Taler, auch noch teurer, gehalten hat, zuletzt kaum noch für Geld zu haben
gewesen ist. Dergleichen strengen Winter wissen Greise von 80 Jahren nicht erlebt zu haben.
Erst in der Mitte des April fing es an zu tauen. War also ½ Jahr lang Schlittenbahn gewesen.

Quellen:

Diese chronikalischen Aufzeichnungen von Carl August Bielitz befinden sich in einem
Exemplar des ersten Teils der Annaberger Chronik von Adam Daniel Richter als Anhang. Die
handschriftlichen Aufzeichnungen bestehen aus 40 Seiten und sind am Ende dieser Chronik
eingebunden und befinden sich im Besitz des Ratsarchivs Annaberg-Buchholz.
http://www.streifzuege-online.de/chronik/annaberg/bielitz/start.htm









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