Wetterchronik 1925

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20. August

Schweres Unwetter in Belleben und Umgebung eingetragen von Mark am 1. Juli 2001

Es war am 20. August 1925, als ein Wolkenbruch, verbunden mit zerstörendem Sturm, die Ortschaften Gerbstedt, Alsleben und
Belleben heimsuchte. Auf eine halbe Million Mark wurde der Schaden berechnet, der von diesem Unwetter verursacht worden war.
Ältere Häuser wurden eingerissen, Wände zerstört, Hausrat unbrauchbar gemacht, Kleinvieh vernichtet, Äcker und Gärten
verschlammt. In manchen Stuben stand das Wasser so hoch, dass die Kinder auf den Tisch gesetzt werden mußten. Der damals
älteste Einwohner von Belleben, Leopold Bökel, er erreichte am 29. November 1927 sein 100. Lebensjahr, wurde im Alter von 98
Jahren ebenfalls von diesem schweren Unwetter betroffen. Aus dem überfluteten Bahngraben drangen die Wassermassen in sein
Häuschen ein. Der hochbetagte Mann mußte, bis an die Brust im Wasser stehend, seine Wohnung fluchtartig verlassen. Die Folge
davon war eine Lungenentzündung, von der er aber bald wieder genaß. Zur Linderung der ersten Not stellten Kreis, Provinz und Staat
eine Summe von 45.000 Mark zur Verfügung, welche aber bei weitem nicht langte, um die entstandenen Schäden zu beseitigen.
Deshalb wurden Sammlungen veranstaltet, aus deren Erlös 38 Geschädigte bedacht werden konnten. In einem zeitgenössischen
Bericht vom 22. August 1925 wird wie folgt berichtet: "Über unseren Ort ging in den späten Abendstunden am Donnerstag (20.8.) ein
gewaltiger Wolkenbruch hernieder. Schwere Gewitterwolken ballten sich drohend zusammen und brachen mit einer Gewalt los, wie
wir solch Wetter seit ca. 40 Jahren nicht erlebt hatten. Schmutziggraue Fluten wälzten sich am Bahndamm entlang und brachen
schließlich denselben durch. Der Wucht der Fluten hielten die an der Bahn liegenden Häuser nicht stand, so daß sechs von ihnen
einstürzten. Die gewaltigen Fluten bahnten sich aber durch Äcker und Gärten den Weg nach Alsleben zu, alles niederreißend was
im Wege stand. Seit dem Morgengrauen sind starke Kolonnen mit der Herstellung der Bahnstrecke beschäftigt. Am Nachmittag
konnte mit Müh und Not ein Gleis wieder hergestellt werden. der Blitz schlug mehrfach ein, so wurde ein Getreidediemen von
Hörning eingeäschert."

Quellen:

Chronik von Belleben
http://members.tripod.de/belleben/texte/chronikbelleben.html









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