Wetterchronik 1338

Infos Neuer Eintrag Übersicht

Juli

Heuschreckenplage eingetragen von Mark am 15. Juni 2001

Karl IV., Autobiographie, Schilderung der Heuschreckenplage vom Juli 1338:

In jenem Winter, zur Fastnachtszeit, übergaben wir unsere älteste Tochter Margareta Ludwig, dem ältesten Sohn König Karis von Ungarn. Zugleich verbündeten wir uns gegen jedermann.
Als bald danach einmal unser Schwager zum Frühstück auf den folgenden Tag eingeladen hatte, riß uns ein Soldat bei Sonnenaufgang aus dem Schlaf und rief: "Herr, steht auf, der jüngste Tag bricht an, denn die ganze Welt ist voller
Heuschrecken!". Da erhoben wir uns, bestiegen das Pferd und ritten eilig bis Pulkau, weil wir ihr Ende sehen wollten. Erst dort, nach sieben Meilen, war es festzustellen. Die Breite des Zuges konnten wir nicht überblicken. Ihr Zirpen glich eher einem tosenden Lärm, ihre Flügel waren wie mit schwarzen Buchstaben gezeichnet, sie wirkten wie ein dichtes Schneetreiben, so daß man ihretwegen die Sonne nicht mehr sehen konnte. Sie verbreiteten einen aufdringlichen Gestank.
Bald teilten sie sich: Die einen nach Bayern, andere nach Franken, wieder andere in die Lombardei, andere über die ganze Erde. Sie vermehrten sich stark, denn zwei von ihnen zeugten in einer Nacht mehr als zwanzig. Sie waren klein, aber
wuchsen schnell. Man fand sie drei Jahre lang.

Quellen:

Aus: Vita Caroli Quarti. Die Autobiographie Karls IV. Einführung, Übersetzung und Kommentar von Eugen
Hillenbrand, 1979, S. 142 f.
http://online-media.uni-marburg.de/ma_geschichte/pest/Quelle02.html









Passwort

Hosting: www.wetterzentrale.de, Programmierung: Mark Vornhusen