Wetterchronik 1862

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zum Jahr

Wetter und Weinernte in St. Martin eingetragen von Mark am 29. Juni 2001

1862. Der Winter 1861/62 sehr gelind. Am 16. Januar auf acht Tage 4-6 Grad Kälte. Dann wieder
besser. Februar auch gut, nicht sehr kalt, kein Schnee, etwas Regen; der März meist auch gut und
trocken; ab 14. bis 21. Regen mit Nebel an den Bergen besonders am 19., 20., 21. Die
Kirschbäume standen Ende März in voller Blüte. April bis auf den 14, 15. und 16. warm und
trocken. Augen an den Reben, die Zoll lang gewachsen waren, sind an den letztgenannten drei
Tagen erfroren. Auch der Mai war gut. Am 11. Mai Kornblüte, am 23. hat Eisele im Finsterland
Traubenblüte, den 29. findet man diese allgemein in allen Sommerlagen. Der letzte Mai sieht noch
Weichselkirschen und Blüten von Malvesier- und Gutedel-Reben. Anfangs Juni Stehen die Reben
in voller Blüte. Am 16. d. M. haben die Wingert verblüht. Vom 10. bis 28. Juni regnerisch und kalt.
Dann war es wieder warm durch Juli, August, September bis Oktober; ab und zu Regen.
Die Wingerte hatten viel Trauben hervorgebracht und ein großer Herbst stand in Aussicht. Aber
Schon im Juni wurde die Krankheit angetroffen. Im Juli zeigte sich dieselbe sehr stark,


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besonders in den Gewannen Ueberfeld und Markbach. Als die Trauben Schon wie Erbsen
gewachsen waren, wurde die Krankheit So arg, daß an manchen Plätzen alles oder bis auf
weniges zugrunde ging und viele Wingert, die ein Fuder hätten geben können, keine Ohm Wein
gaben. In St. Martin, Maikammer und Edenkoben war die Krankheit Sehr Stark, wie noch in
anderen Gegenden der Pfalz. Im Ober- und Unterland gab es Sehr viel und Sehr guten Wein, der
etwas geringer war wie der vom vorhergehenden Jahr. Der Most hat 19-20 Grad gewogen. Lorenz
bekam in einem jungen Wingert, der t861 gesetzt war, "also das zweite Gewächs", zehn Liter
Most, der auf der Mostwage des Weinkommissionars Eisele 88 Grad wog. Bereits am 29. Juli
konnte man die ersten hellen Beeren finden. In Maikammer, wo die Trauben sehr krank waren,
begann die Weinlese am 23. September, zu St. Martin und Edenkoben am 29. September, in den
übrigen Orten am 6. Oktober. Im Herbst wurde wenig Most und Wein abgesetzt, das Fuder (1000
Liter) zu 110 und 115 fl.

Quellen:

Chronik von St. Martin
http://home.nexgo.de/fjz234/Appendix/franz/franz3.html









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