Wetterchronik 1929

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Winter 1928/1929

Strenger Winter, Tierbeobachtungen eingetragen von Mark am 29. Juni 2001

Knapp vor Weihnachten 1928 sagten die Wetterbeobachter einen milden Winter voraus; am zweiten
Weihnachtstage stellte sich Tauwetter ein, dem aber nach ca. 10 Tagen Frostwetter folgte, das unvermindert
anhielt. Die folgenden Wettervorausssagen bestätigten sich. In der Nacht vom 10. auf den 11. Februar sank
das Thermometer auf 29 Grad unter Null, womit der Rekord des Winters vom Jahre 1870 geschlagen wurde.
Die unmittelbaren Folgen waren Unannehmlichkeiten und Störungen des allgemeinen Getriebes.
Zugverspätungen infolge der vielen Kalamitäten auf den Bahnhöfen gehörten zur Tagesordnung, empfindlich
wirkte sich für viele die Wasserfrage aus. Kohlennot und Holzmangel machten sich allerorten fühlbar. Die
Versorgung mit elektrischem Lichte war in Heuhof gänzlich ausgeschlossen, weil der Chamb bis auf den
Boden zugefroren war. Das Mühlrad war mit einem dicken Eisenmantel bedeckt und stundenlang mußte
tagtäglich gearbeitet werden, um nur einen Teil des Eises zu entfernen. Die Schulkinder kamen halb erstarrt zur
Schule, die entfernt wohnenden Kinder kamen nur selten. Das Schulzimmer konnte bei größtem Holzverbrauch
nicht entsprechend erwärmt werden, die Schulbänke mußten um den Ofen angereiht werden. Einen
unersetzlichen Schaden richtete die Kälte in unseren Wildbeständen an. Unzählige Hasen und Rebhühner
gingen elendlich zugrunde, weil sie wegen der hartgefrorenen Schneedecke nicht zum Boden gelangen
konnten. Die Hasen schälten in ihrer Not junge Bäume zur Gänze ab, überall sah man entrindete weiße
Stämmchen aus dem Schnee hervorragen. Die sonst scheuen Rebhühner fraßen gierig die von mildtätiger
Hand vor den Häusern hingesteuten Körner. Der Rabenkrähe fielen viele der vor Hunger erschöpften Feld- und
Waldvögel zum Opfer und Reinecke konnte ungestraft und erfolgreich sein dunkles Gewerbe ausüben. Wild-
und Vogelfütterung ließen sich leider nur wenige Tierliebhaber angelegen sein. Auf dem Schulplatze wurde von
Alex Seidl täglich Rebhühner gefüttert. Gegen Ende des Winters konnte man hier noch 2 Ketten zu 16 und 14
Stück sehen. Die Hasen wurden beim Drotbauernhof von Max Baumann gefüttert.

Quellen:

Chronik von Heuhof
http://members.tripod.de/HJBrei/heuhof.htm#Geschichtliches









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