Wetterchronik 1928

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1. Mai

Überschwemmung im Chambtal eingetragen von Mark am 29. Juni 2001

Ein seltsames Schauspiel bot Heuhof am 1. Mai 1928. Das Chambtal glich einem Riesenstrome mit
verhältnismäßig seichtem Bette, auf dem Holzstämme, Bretter und verschiedene Gegenstände, zumeist aus
der Saumühle kommend, talabwärts getrieben wurden. Vor der Brücke beim Dorfteiche stauten sich die
Holzkolosse und schienen den Teichdamm einzudrücken, dazu gesellte sich eine ansehnliche diverse
Holzmasse aus der Heuhofer Mühle. Ab und zu wurde ein Holzstamm oder ein Brett über den Damm
geschwemmt, welche dann im trägen Laufe gegen die "Hoalgogl-Mühle" und von dort weitertrieben, wenn sie
nicht auf ihrer Wanderung von unbefugter Hand in Besitz genommen wurden. Ganz unmöglich war des den
Sägemüllern, ihr vor dem Teichdamm gestautes Eigentum zu erkennen und sie teilten, um dem Übel eines
Rechtsstreites auszuweichen, den angeschwemmten Holzvorrat. Jeder erhielt 2 schwere Fuhren.

Besser schnitt bei diesem Elementarereignis Franz Weber (Michlbauer) ab, dem bloß der Zaun neben der
Vorbruck umgeworfen wurde, dafür aber mehrere Fuhren Streu sein eigen nennen konnte, das in Form von
verschmutztem und versandetem Heu aus den Wiesen von Plöß her vor dem umgedrückten Zaun angehäuft
lag. Gießbäche brausten von der Springenberger Höhe die Felder herab, gute Ackererde, Kartoffel usw.
mitreißend. Auf dem Schulplatze lagen ungefähr 5 Körbe Kartoffel verstreut umher. In vielen Häusern mußte das
Vieh aus den Ställen gezogen werden, um es vor dem Ertrinkungstode zu bewahren. Aus den Kellerwänden
des Schulgebäudes spritzte in unzähligen fingerdicken Strahlen das Wasser, der Wasserspiegel erreichte hier
innerhalb von 2 Stunden m. Selbst Menschenleben kamen in Gefahr, besonders im Gemeindehaus, wo aber
rechtzeitig helfend eingegriffen wurde. Viele Felder wurden abgerissen und die angebauten Kulturen vernichtet.

Quellen:

Chronik von Heuhof
http://members.tripod.de/HJBrei/heuhof.htm









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