Wetterchronik 1779

Infos Neuer Eintrag Übersicht

zum Jahr

Wetter und Weinernte in St. Martin eingetragen von Mark am 22. Juni 2001

Im Jahr 1779 ist es, Gott sei Dank, noch besser gegangen, als man es sich im Frühjahr geschätzt.
Im Winter waren die Weinberge, besonders die Gutedelstöcke sehr übel erfroren, daß vielerorts
die Wingerte im Brachmonat (Juni)
noch ausgesehen haben wie im Winter. Durch das gute Wetter aber sind sie, was nicht völlig
erfroren war, auf einmal gekommen und in der Geschwindigkeit groß gewesen. Vierzehn Tage vor
Johanni haben sie schon geblüht. Zum Unglück aber ist kaltes Regenwetter eingetreten und hat
vieles in der Blüte verdorben. Die Weinberge hatten soviele Samen, daß man gemeint, es gebe
einen vollkommenen Herbst. Doch habe ich gemacht 3 Fuder Wein und er war so gut als je einer
in meinem Gedenken. Das Fuder galt an Martini 60 Gulden. Auch war dieses Jahr dem 75iger
gleich im Obst, das im Ueberfluß gewachsen. Die Frucht ist gleichfalls sehr gut geraten. Das
Malter Korn gilt 3 Gulden 40 Kreuzer, die Spelz 2Gulden 30 Kreuzer, das Simmern Grundbirnen 6
Kreuzer. In Summa ist in diesem Jahr alles wohl geraten. Nur der Weinstock war erfroren; doch
hatte ihn Gott noch gesegnet, denn man hatte nach dem Herbst noch soviel, als man sich vorher
geschätzt. Es war vom Frühjahr an bis Martini kein Unwetter gewesen außer jenem während der
Traubenblüte.

Quellen:

Johannes Christmann "Ein kleines Haus- oder Schreibbüchlein 1767" St. Martin
http://home.nexgo.de/fjz234/Appendix/franz/franz1.html









Passwort

Hosting: www.wetterzentrale.de, Programmierung: Mark Vornhusen