Wetterchronik 1872

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12. November

Sturmflut an der Ostsee am 12. und 13. November eingetragen von Mark am 18. Juni 2001

Sturmflut vom 12./13. November 1872
Dieses Sturmflutereignis mit Scheitelwasserständen von max. 3,50 m üNN gilt als das größte beobachtete und
untersuchte im Ostseeraum. Mit ca. 18 Std. ist die Verweildauer der Wasserstände über 2,00 m über MW im
Vergleich zu anderen Ereignissen relativ gering. Die Verweildauer des Hochwassers mit 1,00 m über MW war
mit ca. 52 Std. jedoch sehr hoch (Scherenberg, 1980, S. 406). Es kam an der gesamten Ostseeküste zu
erheblichen Zerstörungen. 271 Menschen verloren ihr Leben, 15.160 Personen wurden hilfebedürftig, 2.850
Gebäude zerstört oder stark beschädigt (Petersen & Rohde, 1991, S. 98; vgl. Kiecksee, 1972, S. 31 ff.).
Die meteorologischen Verhältnisse, die zu dieser Sturmflut führten, sind keineswegs so ungewöhnlich, als daß
sie nicht wieder auftreten könnten. Es sind sogar ungünstigere Konstellationen denkbar. Für Travemünde
wurde im Gewässerkundlichen Jahrbuch ein maximaler Wasserstand von 3,30 m üNN angegeben, wobei
dieser Wert den "ruhenden" Wasserstand angibt, so daß noch Wellenhöhen von 1,50 bis 2,00 m hinzukommen
können.
Laut dem Heimatbuch der Gemeinde Timmendorfer Strand (1965) wurden während dieses Extremereignisses
an der Küste zwischen Sierksdorf und Niendorf 16 Durchbrüche des Strandwalles bzw. der Düne verzeichnet,
woraufhin ca. 1150 ha Landflächen überflutet wurden. Zahlreiche Todesopfer und Gebäudeschäden hatte das
Ereignis zur Folge.

Quellen:

zitiert aus
http://www.uni-kiel.de/ftzwest/ag4/Timdorf/Kap3.htm
AG Küstengeographie des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste









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