Wetterchronik 1847

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zum Jahr

zum Wetter und zur Ernte eingetragen von Mark am 17. Juni 2001

Der im November begonnene Winter hielt in seiner Strenge an, bis halben März, bei
Frost und Schnee noch am 11. und 12. März grimmige Kälte. Mit der zweiten Hälfte
März trat Frühlingswitterung ein, welche zwar mit jedem Tage milder, jedoch von
Nachtfrösten unterbrochen wurde. Den April hindurch Nachtreife und in der zweiten
Hälfte bis gegen Ende des Monats Schneegestöber und schneidende Kälte. Mit Mai
stellte sich angenehme warme Witterung und fruchtbare Regenschauern ein, so daß
die bis jetzt zurückgebliebene Vegetation wunderbare Fortschritte machte, die
Feldfrüchte ein vortreffliches Ansehen bekamen, und die Obstbäume in einer solchen
Fülle von Blättern prangten, daß Niemand sich ein Aehnliches erinnern konnte. Der
Sommer war ungewöhnlich trocken, und einige Gewitterschauern abgerechnet,
beinahe ohne Regen, erst im Spätherbste trat Regen ein; Oelsaamen und Gerste
hatten durch den Winter gelitten, und die Sommerfrüchte durch die Dürre. Roggen und
Weizen dagegen lieferten, sowohl in Qualität als Quantität eine ganz befriedigende
Erndte. Die Futtergewächse und Gartengemüse konnten der anhaltenden Dürre
wegen nicht aufkommen; Steinobst war wenig gerathen, dagegen Kernobst in sehr
großen Mengen. Bei den Kartoffeln hat sich in geringen Maaßen die frühere Krankheit
gezeigt, u.A. waren einzelne Stücke zackig und rostig. Im Allgemeinen aber sind die
Kartoffeln sehr schmackhaft und mehlhaltig, so daß die Erndte durch Qualität wohl
aufwiegt, was sie gegen andere Jahre in Quantität nachsteht. Im November bis zum
Eintritt der Kälte zeigte sich an den Kartoffeln im Keller eine verderbliche Fäule,
wodurch ein Theil der Erndte zu Grunde gegangen.

Die Saatbestellung im Herbste hat unter ganz günstigen Umständen Statt gefunden,
und es hatte die Saat weder vom Schneckenbiß noch vom Mäusefraß gelitten, nur die
Oelsaamen-Pflanze war in Folge der Dürre zurückgeblieben.

Quellen:

Chronik der Bürgermeisters Schunk von Ederen, Kreis Jülich
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