Wetterchronik 1845

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zum Jahr

zur Ernte, insbesondere zu Kartoffeln eingetragen von Mark am 17. Juni 2001

Der Winter 1844/45 war ungewöhnlich strenge und lang andauernd, und die
Sommerzeit zeichnete sich wieder durch regnerische Witterung aus. Der
Winter-Oelsaamen und die Wintergerste gingen in Folge des anhaltenden Frostes
ganz verloren und von Roggen & Weizen mußte ein großer Theil umgepflügt werden;
was davon geblieben war, hat nur eine höchst mittelmäßige Erndte geliefert. Nur von
Sommergerste und Hafer war die Erndte gut zu nennen; auch lieferten die Feldbohnen
/:sogenannte Pferdsbohnen:/ einen reichlichen Ertrag; der Herbst brachte schöne
warme Witterung, so daß die Äcker gehörig bearbeitet und die Wintersaat günstig
bestellt werden konnte. Besonders bemerkenswerth ist die gänzliche Fehlerndte der
Kartoffeln, eine Erscheinung, welche sich die ältesten Leute nicht erinnern konnten.
Die Kartoffeln wurden im Monat August allgemein von einer Krankheit befallen, welche
sich durch Absterben des Laubes und der Stengel und durch Anfaulen der Knollen
bemerkbar machte. Bei der Erndte gaben dieselben durchschnittlich nicht viel mehr
als die verwendeten Saatkartoffeln zurück und diese waren meist kaum genießbar,
indem sie nur wenig Mehlstoff enthielten und sich nicht mürbe kochten. Die Ursache
dieser Kartoffelkrankheit ist noch bis jetzt nicht erkannt; Viele schreiben sie dem
harten und langen Winter zu, wodurch der Erdboden verfelst sein soll, Andere dem in
der Entwicklungszeit vorgekommenen ungewöhnlichen Temperaturwechsel zu, noch
Andere behaupten, es liege ein Ansteckungsstoff in der Luft, wofür gerade das
Kartoffelkraut am empfänglichsten gewesen. Für die letztere Meinung spricht der
Umstand, daß auch die Blätter fast aller Bäume und Stauden mehr oder minder
angegriffen waren. Alle diese Umstände zusammen genommen mögen auch im
Stande gewesen seyn, diesen Nachtheil herbeizuführen. Die durch den Abgang der
Kartoffeln vermehrte Consumption des Roggens und der geringe Erndteertrag des
Letzteren, veranlasste bei eingetretener Winterzeit eine ungewöhnliche Steigerung
des Roggenpreises /:3 Thaler per Scheffel:/. Da hierdurch die ärmere Klasse in sehr
bedrängter Lage kam, so mußte extraordinäre Unterstützung geleistet werden.

Quellen:

Chronik der Bürgermeisters Schunk von Ederen, Kreis Jülich
http://ourworld.compuserve.com/homepages/Reuters/









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