Wetterchronik 1584

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2. September

Unwetter eingetragen von Franz Attenkofer am 26. Oktober 2008

Margaretha Knödlin, Georgen Knödls von Pfeffenhausen Hausfrau, bekennt und zeigt an, daß sonntags den 2. Sept. 1584 zweifelsohne aus Verhängnis und Straf Gottes um 9 Uhr in der Nacht ein gewaltig verderbliches Wetter, Wasserguß und Niedergang eines erschrecklichen Wolkenbruches über ermeldten Markt Pfeffenhausen gekommen ist, durch welches dann ihre Behausung wie auch etliche andere Zimmer (Behausung) mehr samt allen, was darinnen gewest, weggeführt zerschletert und zerrissen worden.
Auch sie mit samt drei Kindern ist im Wasser von einem des Marktes Tor bis zum andern geronnen; das ältere Mädlein, bei elf Jahre alt, hat sich an der Stiege unter dem Tor erhalten, bis ves durch eine Frau beim Leben (Gott Lob)erhalten.
Die andern zwei Kinder aber hat die Mutter an ihren Armen gehabt und mitten im Markt ist ihr eine Stiege zugeronnen, welche zuvor in ihrem Hause gestanden, wie wohl sie dieselbe nicht erkannt, noch etwas davon gewusst. Auf diese Stiege ist gekommen, sich und die zwei Kinder (zwei Knäblein)erhalten bis zur Figur vor dem Markt; aber leider daselbst ist ein großer Block an sie geronnen und hat ihr das ältere Knäblein aus den Armen gestoßen, da es dann ertrunken. Das jüngere Knäblein aber hat es in Leid so lang gehalten, bis es ihr an ihren Armen ertrunken und endlich durch die Gewalt des Wassers von ihr weggenommen worden.
Indem sie nun allein so auf der Stieg vor der Mühl bei einer viertel Meile Weges weit von Pfeffenhausen-die sie dann, wann es geheimlitzt hat, gesehen, im Wasser geronnen und eingedenk gewest, daß ihr lieber Hauswirt in derselben Mühle sei,in Meinung des andern Tags früh daselbst zu mähen: hat sie ihm zugeschrien und, obwohl er ihr geantwortet, einander gekennt, hat er ihr doch nicht helfen können, sondern haben als liebende Eheleute, so jetzt durch den bittern Tode von einander sollten geschieden werden und nimmer einander sehen sollten, Urlaub genommen, ohne Zweifel mir schmerzlichen Herzenleid und weinenden Augen.
Ward also das arme Weib vom Wasser fortgeführt; in solcher jämmerlicher und erbärmlicher Not ist ihr zu Sinn gefallen, weil sie sich jeder menschlichen Hilfe verziehen, sie wolle den hl. Salvator um Beistand anrufen.
Als sie solches getan und sich nach Brettbrunn her zu wallfahren verlobt, ist ihr von Stunde an ein ziemlicher Stecken oder Stänglein dreimal zugeronnen; aber sie hat solches zweimal weggewendet, denn sie besorgte, es sei wieder ein großer Block; wölle sie, (wie ihr Kind) von der Stieg stoßen; das drittemal kommt ihr der Stecken gerade in die Hand; ist wohl zu erachten, es hab ihn ihr der Sankt Salvator zugeschickt, dann sie alle großen Hölzer damit hat wegleiten können; also ist das arme betrübte Weib mir großen Stößen über Stock und Stauden die lange finstere Nacht auf der Stieg gefahren, bis gegen den Tag und bis ein kleines oberhalb Pattendorf,- Eine ziemliche Meile Weges lang von Pfeffenhausen.
Folgends gegen Tag hat ihr der hl Salvator zwei Mannspersonen zugeschickt, deren Taufnamen dieser Zeit die mehr bemeldten Knödlin nicht bewußt; sollen doch des Furtmayrs Sohn von Gitzelhausen und einer seiner Tagwerker gewesen sein.
Obgedachte Margaretha Knödlin hat ihre gelobte Wallfahrt ausgericht und dieses große Wunder Gott zu Lob und Dank (zu Bettbrunn) angesagt den 15. Sept. ermeldten Jahres 1584 samt und im Beisein des Georgen Knödl`s ihres Hauswirtes und ihres Töchterleins, so an der Torstiege errettet worden, und des Philipp Dafners und seiner Hausfrau.

Aus dem Mirakelbuch von Bettbrunn.
Ebenso in der Pfarreienbeschreibung des Ordinariates von 1874 erwähnt.

Quellen:











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