Wetterchronik 1859

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3. August

Hagelunwetter in Gerichshain eingetragen von Mark am 24. April 2004

. Zumal dieses Jahr uns ein zweites Mal mit Hagelschlag heimsuchte. Es war dies den 3. August. Das Wetter kam aus Südwest, also von Beucha, welchem Orte es fast mehr Schaden macht, als dem unsrigen, und betraf gerade den entgegengesetzten Teil unserer Flur bis auf den Wachtelberg. Wo es mit der Richtung des Wetters von 1857 zusammen traf. Zugleich war ein furchtbarer Wind dabei der die Gewalt der wiederum nicht allzu großen Hagelstücke verdoppelte. Auf dem Feld hatten unsere Leute diesmal weniger Schaden, weil wenigsten eine große Anzahl versichert hatte. Aber es war trotzdem der geringe Schaden nicht unbedeutend. Zumal die hereingebrachte Kornernte außerordentlich dürftig war und die Knollenfrucht stellenweise sehr wenig Ertrag lieferte. (Das Schock Korn schüttete manchmal kaum 6 Metzen. Ich habe selbst Kraut gesehen, welches um die Zeit der Krauternte gerade so war wie man es gepflanzt hatte.) Dazu kam noch das unserem Dorfe außerordentlich viel Gemeindeanlagen oblagen. Damals zwar noch nicht für die Kirche, welche beim Hagelwetter 150 Fensterscheiben verloren hatte. Deren Wiederherstellung 19 Taler betrug, wohl aber für Holzreparation, die seit 1856 im Gange war und deren Unkosten auch zuletzt das Vermögen der Kirche angriffen, daß diese mit ihren unbezahlten Rechnungen auch noch an die Parochialkasse sich wenden mußten. Es gehört demnach das Jahr 1859 bis mit der Ernte 1860 vielleicht zu den Bedrängtesten, welche unser Dorf zu überstehen hatte.

Quellen:

Chronik aus der Kirchturmkuppel Gerichshain
Geschrieben von Pfarrer Gustav Adolph Leupoldt am 22. 10. 1860
http://home.t-online.de/home/striegler/Kirche/










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