Wetterchronik 1807

Infos Neuer Eintrag Übersicht

29. August

Mure in Inzing eingetragen von Mark am 17. Juni 2001

In diesem nämlichen Jahre 1807, den 29. August, suchte Gott Inzing mit einem ungeheuren
Murbruch heim, der das ganze Dorf und alle Häuser mehr oder weniger so auch die Felder
beschädigte und bei 10 kleinere Häuser ganz hinwegnahm, selbst das Gotteshaus wurde bei
5 Schuh hoch eingelettet und mit Steinen von 40 Zentnern schwer belegt. Nur war es ein
großes Glück für das Dorf, daß sich der Bach in mehrere Fäden verteilte, sonst müßte im ganzen
Dorf wohl kein Kamin mehr stehn geblieben sein, in dem viele Steine herabgewälzt wurden, die
Sachverständige auf 700-900 Zentner schätzen.

Ich bin im meinem Widum geblieben, im nachmaligen Metzgerhaus, und wurde bald mit
18 Personen, die dahin ihre Zuflucht nahmen von vorn und Rücken vom Bach eingeschlossen,
sodaß ich durch die ganze Nacht die augenscheinliche Todesgefahr aushalten mußte, bis gegen
Morgen die Gewässer gesessen sind.

Die Ursache von diesem entsetzlichen Murbruch war ein Schauer auf den Alpen, der mit einem
Wolkenbruch endete. Indessen leuchtete doch der Schutz Gottes in diesem großen Unglück ganz
besonders hervor, indem wir dabei keine Seele vermißten, was kaum ohne Wunder geschehen
konnte und indem wir zweitens durch die Wohltätigkeit anderer Menschen in und außer Landes
durch milde Sammlungen größtenteils entschädigt worden sind und nur an Geld allein, Viktualien
und Kleiderstücken nicht mitgerechnet, bei 14000 Gulden bar erhielten.

Quellen:

Bericht aus der Kirchenchronik vom damaligen Vikar Dyonisius Puecher
http://www.pisch.at/Ernst/wissen/Dorfbuch/node77.html









Passwort

Hosting: www.wetterzentrale.de, Programmierung: Mark Vornhusen