Wetterchronik 1802

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zum Jahr

Wetter in Hägelberg eingetragen von Mark am 7. Mai 2003

Nun zählt man 1802 und mit den 1.ten Tagen
dieses Jahres schneyte es ein wenig und bald fiel sehr große Kälte ein,
daß die Reben an den mehresten Orten erfroren sind. So auch viele
Grundbiren in den Kellern. Zum Glück dauerte die große Kälte nicht
lange, sondern schneite bisweilen, aber der Schnee blieb liegen
wurde nach und nach zimlich hoch,so, daß man mit gemeiner Hand-
Schlitten fast nicht mehr hat können durch kommen. Endlich gieng er je-
doch ohne großes Gewässer Ausgangs Hornung ab. Bald nachher beson-
ders über den Wald zeigte sich, daß der Winter=Rocken durch den
lang gelegenen Schnee sehr gelitten habe. Es blieb auch an vielen Wald-
Orten noch viel Schnee liegen, bis in die Mitte des Monats März wo es
dann auch wieder über das ganze Land her geschneit hat, doch bald
wieder geschmolzen ist, über den Wald ist er doch fast 8 Tage gelegen
und hat kalte Nächte verursacht. Der Monat Junius führte viele
schröckliche Gewitter mit sich, den 5ten Junius an einem Samstag
Abends vor dem heiligen Pfingsttag schlug bei einem solchen Gewitter
zwischen den Zeilen: zu Höllstein
der Bliz in ein Haus sogleich stund das Haus in hellen Flammen und ein
starker Wind war bey dem Gewitter und trieb die Flammen und
in wenigen Minuten waren 14 Wohnungen ein Raub der wütenden
Flammen, und 81 Personen verlohren hiedurch ihr Obdach. In der Mitte
des Monats Julii, welches sonst einer der wärmsten Monate ist
sind die hohen Berge einige Tage mit Schnee bedeckt gewesen.
Die Lebens Mittel sind dis Früh Jahr wieder sehr theuer. Der Kernen
hat 27 Pf. Die Mischelfrucht 20-22 Pf. gegolten die Gersten auch 18 Pf und
drüber. Das Pf.Butter von 20 bis 140 xr die Maas neuer Wein gilt im
Wirths Haus *** 24-30 xr.alter Wein von 32-48 kr. Erleben wir die
jetztleben, wohl auch wieder bessere Zeiten? Bereits 14 Jahre lang
lebten wir unter dem Druck theurer Zeiten. und diese ganze Zeit ist
nur der gestraft gewesen der kaufen mußte. Aber der Wucherer fängt
Er gibt nicht her wenn er nicht den höchsten Preiß läßt. Erbarm
dich Gott bald der sehr gedrückten Armuth. Ausgangs Juli fiel fast
unerträgliche Hize ein, welche bis in den Oktober dauerte daraus
schröcklicher Wassermangel entstund + den 23.Nov. hat es geblizt und ge-
donnert.

Quellen:

Die Hägelberger Dorfchronik des Schulmeisters Benedikt Rösch von 1788 bis 1809
http://hometown.aol.de/haegelbergbib/bibel.htm









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