Wetterchronik 1634

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11. Oktober

Wasserfluht eingetragen von Thorsten Falke am 18. Januar 2003

1634. Zwischen den 11. und 12. October ist bey eingefallenem Mond ein überaus harter Sturm und Spüringfluht entstanden, worauf dan eine erschreckliche Wasserfluht erfolgte, wodurch leider Nordstrand sowohl als andere Orter in einen erbärmlichen Zustand gerathen. Der Wind war erstlich Südost, hernach Nordwest, da dan dass Waßer sonderlich in Nordstrand sich häuffig aufgeschwollen und alle Teiche und Länder überwschwemmet, wodurch das Land von waßer zerrißen und aus den Teichbanden geworfen, daß nicht genugsam ist davon zu schreiben. Viel tausend Menschen und noch mehr klein und gros Vieh sind von den ungestümen wütenden Wellen verschlungen, Haüser.

1634. Thürme, Kirchen und andere Gebäude sind herunter gestürtzet und von den Wellen des Meeres samt dem treibenden Hausgeraht und Güter hin und wieder geworffen, daß man nicht gewust wo es geblieben.

Dieses Nordstrand hat man vorhin auf 800 Pflug Landes gerechnet, ist bei 40 000 Dembt, a 50 Dembt zum Pflug, worauf über 20 Kirchspiel Kirche, vor der Wasserfluht gros gewesen. In den nachfolgenden Jahren und itzo ist nicht mehr vorhanden als 2. auf Pelworm und in Nordstrand 1. und auf dem kleinen Nordstrandisch Mohr auch 1. Kirche, sind also 17 Kirchen alda verlohren gegangen und wor theile derselben gestanden, da können grose Last Schiffe überhinfahren.

1634. Vor der Wasserfluht ist vom festen Lande nur ein klein Revier die Scheidung gewesen, wo ein Fehrhaus gegen Hattsted übergestanden, da die Leute sich übersetzen laßen, gegen gegen der Purrenkog über bey Husum, hat man bey Ebbzeit, wenn das Waßer abgelaufen, mit Wagens überfahren und zu Fuß gehen können.
Im Eyderstädtischen so wohl an der gantzen See Küste ist ebenfalls ein Unzählig Schaden geschehen, um so viel mehr weil dieses Jahr ein sehr gesegnetes Jahr von Früchte gewesen, so aber denen Leuten wenig zu nutzen kommen.

1634. Nach solcher ergangenen Fluht haben die Leute ihre Teiche höher zu machen sich angelegen seyn laßen, viele Einwohner sind durch diese und die andere ergangene Fluhten in diesem Lande zu wohnen überdrüßig wurden und haben sich am festen Lande zu wohnen nieder gelaßen.

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