Wetterchronik 1987

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2. März

Bericht vom "Rosenmontags-Eisregen" eingetragen von Mark am 26. Dezember 2002

Der 2.3.1987 war Rosenmontag - für mich nichts Besonderes. Ich war in meinem Studium gerade beim Lernen für mein Vordiplom und stand relativ spät auf. Gegen neun Uhr machte ich mir gerade Frühstück, als es klingelte. Ein Mensch wollte seine Öllieferung loswerden. Das Unternehmen scheiterte, weil ich allein im WG-Haus war und als Einziger nicht wusste, wo der Tankschlüssel deponiert war. Während ich draußen vergeblich zum Tankschloss lief, bemerkte ich schon eine gewisse Glätte, obwohl es nur leicht regnete. Das Ganze machte noch einen harmlosen Eindruck. Wieder am Küchentisch wollte ich gerade mit dem Frühstück beginnen, als es abermals klingelte:
Ein Polizist stand vor der Tür. Sein Begehr hatte nichts mit kriminellen Handlungen meiner oder anderer Personen zu tun. Nein, er erklärte nur lapidar, dass ein Baum von unserem Grundstück auf die Seitenstraße gefallen war. Natürlich folgte ich dem Auge des Gesetztes und erblickte beeindruckt
den Schlamassel: Tonnenschweres Eis hatte eine Birke geknickt. Nicht nur die, auch andere sahen schon sehr gebeugt aus. Alles war mit einer mittlerweile zentimeterdicken Eisschicht bedeckt.Der Polizist bat mich, den Baum irgendwie zu beseitigen, da andere Rettungskräfte nicht verfügbar waren. Also ging ich aus die Suche nach Beil und Säge, schmiss mir einen Schraubstock auf den Fuß und begann mein zerstörerisches Werk. Ich sägte und axte bis mir schwindlich wurde (ich hatte ja immer noch nicht gefrühstückt), währenddessen der Nachbar am Fenster stand und zusah. Irgendwann stellte er fest: »Na, das ist aber eine große Säge?« Worauf ich nur völlig genervt zurückfragte, ob er denn eine größere habe. Schließlich erschien er mit großer Säge und half mir sogar. Tatsächlich erschien sogar der Polizist wieder und half ebenfalls. So hatten wir den Baum schließlich erledigt - ich konnte frühstücken. Natürlich war mit Lernen heute nichts. Ich ging raus. Das Radio hatte inzwischen von dem beeindruckenden Ausmaß des Eisregens berichtet. Ich wagte mich in den gegenüberliegenden Wald, obwohl es dort schon den ganzen Vormittag krachte und knackte:
Starke Äste und ganze Baumkronen mussten der Schwerkraft Tribut zollen und fielen in den Wald. Ich huschte zwischendurch mit klopfendem Herzen und gezückter Kamera. Bis ich irgendwann doch in die Sicherheit floh. Am späten Nachmittag ging der Eisregen in Schnee über und es wurde knackig kalt. Der nächste Morgen brachte strahlende Sonne, die sich tausendfach im glitzenden Eis brach. Es war herrlich. Aber die Schäden an der Botanik waren gewaltig. Waldwege waren nicht mehr begehbar, weil Bäume darüber lagen, Birken neigten sich bedrohlich, einige brachen ab. Es blieb noch fast zwei Wochen kalt und schneite am 15.3. noch einmal kräftig.

Quellen:

Eisregenstory
http://private.addcom.de/t/thermieW/Eisregenstory.htm










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