Wetterchronik 1977

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2. September

Schweres Unwetter im südlichen Landkreis Cham eingetragen von Andy Bayerwald am 7. September 2002

Am 2. September 1977 morgens von 8:30 bis 10.30 Uhr zog ein schweres Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag über den südlichen Landkreis Cham. Heute steht in der Kötztinger Zeitung ein Rückblick darüber, den ich mal hier zitiere:

Katastrophenalarm
In den Morgenstunden des 2. September 1977 braute sich ein gewaltiges Gewitter über dem Kötztinger Land zusammen und richtete verheerende Zerstörungen an. Die Orte Miltach, Oberndorf, Altrandsberg und Wolfersdorf wurden dabei besonders schwer getroffen.Taubeneigroße Hagelkörner verwandelten das Regental innerhalb von Minuten in eine Winterlandschaft.Ein Blitz löste einen Schwelbrand im Sägemehlbunker der Spielzeugfabrik Nemmer in Miltach aus, der jedoch schnell unter Kontrolle gebracht wurde. In Sackenried brannte die Scheune eines landwirtschaftlichen Betriebes nach einem Blitzschlag vollständig nieder.
Kaum waren die Brände unter Kontrolle, gab es Hochwasseralarm in Miltach, Oberndorf und Altrandsberg. Später wurde sogar Katastrophenalarm ausgelöst. Der Perlbach verwandelte sich in einen reißenden Strom und beschädigte die steinerne Baderbrücke in Miltach schwer. Ein großer Teil des Ortes Altrandsberg wurde überschwemmt. Die Fluten rissen Mauern, Autos und Baumstämme mit, viele Tiere ertranken. In Miltach wurde sogar der Pegelhöchststand des Jahres 1954 übertroffen.
Zahlreiche Menschen mußten mit Booten aus ihren Häusern evakuiert werden, Kanäle und Schächte brachen zusammen.die Staatsstraße 2140 im Bereich Untervierau sowie die Straße nach Altrandsberg standen bis zu einem Meter unter Wasser und wurden durch Erdrutsche zusätzlich blockiert. Nach dem Unwetter bereitete Öl, das aus den Kellern überfluteter Häuser auslief, große Probleme. Im Perlbach und im Regen mußten Ölsperren errichtet werden.
Die Stadt Kötzting wurde damals vom Hochwasser verschont.

Soweit der Zeitungsbericht, dazu noch einige Anmerkungen von mir:
Ich habe das damalige Unwetter persönlich miterlebt. Auch in meiner Nachbarschaft ging eine Scheune in Flammen auf. zahlreiche Wege in der Gemeinde Runding waren durch Erdrutsche vorübergehend nicht befahrbar.
Die Niederschlagsmenge dürfte über 100 mm in zwei Stunden gelegen haben. Zu bemerken wäre auch der für die frühe Tageszeit eher untypische Hagelschlag im südlichen Teil des Unwetters.
Noch ein Hinweis zur Geographie: Der im Bericht erwähnte Perlbach ist ein südlicher Zufluss des Regens, der im Bereich St. Englmar in 1000 m Höhe entspringt und über Altrandsberg nach Norden fließt, um in Miltach in den Regen zu münden, der Bach ist etwa 20 km lang.
Das Jahrhunderthochwasser am 12. August 2002 richtete übrigens in Miltach kaum Schäden an, der Damm am Regen war hoch genug.

Andy

Quellen:

Bericht in der Kötztinger Zeitung am 7. 09. 2002
Eigene Erinnerung









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