Wetterchronik 1817

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zum Jahr

nasse Witterung, schlechte Ernte, Hungersnot eingetragen von Mark am 16. Juni 2001

"Den Sommer hindurch regnete es fast täglich. Trotzdem gab es ziemlich
Roggen, Hafer, Gerste und Weizen. Die Kartoffeln aber waren schlecht, denn es war ihnen zu naß. Wegen der
nassen Witterung sind alle Früchte ziemlich schlecht eingeerntet. Es gab viel Heu, aber es ist schlecht und
naß eingeerntet. Verschiedenes ist verdorben. Das Getreide ist auf den Feldern infolge der nassen Witterung
ausgekeimt. Das Grummet ist auch spät eingekommen. Es war überhaupt ein spätes Jahr. Den 17. Oktober
haben wir den letzten Hafer eingefahren und zwar beim Lampenscheine. An den späteren Orten unserer
Heimat ist viel Hafer erst im Dezember eingebracht worden. Viel ist umgekommen und auf dem Felde
verdorben. Es war erbärmlich."


"Die Teuerung und Hungersnot war sehr drückend. Am teuersten war
das Brot im Sommer. Man sah viele Leute Brennesseln sammeln und sie wurden dann mittags gekocht
gegessen. Auch hat man Sauerkraut mit Gras gestreckt. Aus dem gekeimten Roggen ward schlechtes Brot
gebacken, an welchem sich viele Leute krank aßen. Für Geld war bald kein Brot mehr zu bekommen. Man
mengte in das Roggenmehl Kartoffeln-, Hafer-, Erbsen- und Bohnenmehl. Letzt im Sommer kam noch Roggen
aus Polen in unsere Gegend. Die armen und geringen Leute wehklagten über die Teuerung und Hungersnot.
Fast täglich kamen arme Leute, um Brot und Kartoffeln zu sammeln. War ein armer Mensch aus dem Hause,
so kam der andere. Alle forderten ein klein Stück Brot oder ein paar Erdäpfel."

Quellen:

Aufzeichnungen des Johann Dietrich Ossenberg zu Kettling aus den Jahren 1802-1860
Plettenberg-Lexikon:
http://www.plettenberg-lexikon.de/chroniken/roetel.htm









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