Wetterchronik 1872

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13. November

große Sturmflut, Bericht aus Wisch/Schönberg eingetragen von Mark am 16. Juni 2001

1872
am 13 November war die große Sturmflut. Unser Dorf wurde arg mitgenommen. Man fuhr - es war an
einem Mittwoch - mit Kähnen im Orte, die von Stoltenberg und Fahren herübergebracht waren . Auf
Fernwisch ertranken 80 Schafe und 47 Rinder. Da der Barsbecker Deich brach, ging das Vieh mit dem
Strom nach dem Dänischen Wohld. Auch die Fische aus unseren süben Gewässern trieben tot dort an.
Die Bewohner der Heidkate, Hans Götsch und Esther, flüchteten sich mit ihrer Habe auf den Boden des
Hauses und standen in nicht geringer Lebensgefahr. Die Tafeln und Wände waren vom Wasser
ausgeschlagen, und die Wogen peitschten durchs Haus.
Kalifornien wurde schon gegen 11 Uhr vormittags weggespült. Die Bewohner retteten sich nach Holm.
Das Fachwerk des zerstörten Hauses setzte sich auf einem Felde der Wischler Gemarkung fest. Es
wimmelte förmlich von Ratten und Mäusen, die darauf eine Zuflucht gefunden.
Dem Ackerbau schadete diese Flut nicht, da das Wasser sehr rasch verschwand. Das Korn wuchs im
Sommer darauf sogar sehr üppig. Ein mäbiger Salzgehalt schadet dem Boden nicht. Erfahrene
Landleute meinen überdies, daß diese Flut fettten Nordseeschlick zurückgelassen. Da der Wind zunächst
stark aus West wehte, so hat diese Ansicht allerdings viel für sich.

Quellen:

Wisch und Umgegend - Chronik der nördlichen Probstei
K. Peters
Schönberg vor 1898
Verlag H. Clasen
http://german.genealogy.net/gene/reg/SCN/Wisch_Chronik/Dorfchronik.htm









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