Wetterchronik 1749

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Im Herbst Heuschreckenplage in Franken eingetragen von Mark am 8. Oktober 2001

"Im Herbst des Jahres 1749 war eine bisher unbekannte Landplage über Franken gekommen.
Ungeheure Heuschreckenschwärme fielen im September im Ochsenfurter Gau ein und
schickten sich an, die eben keimende Wintersaat zu zerstören. Sie kamen aus Ungarn und
Siebenbürgen, wo sie schon in den Jahren 1747 und 1748 in unzähliger Menge eingefallen
waren und ungeheuren Schaden angerichtet hatten. Die ersten Schwärme erschienen in der
Gegend von Sonderhofen, von wo aus sie sich bis Simmringen und Vilchband verbreiteten. Sie
hielten eine dreitägige Rast. Am vierten Tag aber setzten sie ihre Streifzüge fort in die Felder
von Eßfeld, Albertshausen, Giebelstadt, Sulzdorf, Moos und Kirchheim, wo sie überall so dicht
wie Schneetreiben niedergingen. Die fürstliche Regierung traf alsbald Maßregeln zur Vertilgung
der gefräßigen Gäste. In allen Städten und Dörfern wurde die Bevölkerung zur Hilfeleistung
aufgeboten, sogar aus Würzburg eine Militärmannschaft abgeschickt, die mit ihren bloß mit
Pulver und Sand geladenen Gewehren in die dichten Schwärme hineinfeuern mußte. Nach
mehreren anderen fruchtlosen Versuchen griff man bald das Übel dadurch an der Wurzel an,
daß man das Landvolk aufmerksam machte, weniger den Tieren selbst, die ohnehin bald
sterben würden, als vielmehr ihrer Nachkommenschaft die Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es
wurde empfohlen, die von den Heuschrecken in zollgroßen Klumpen zusammengelegten Eier zu
sammeln, die leicht aufzufinden waren, und deshalb auch angeordnet, daß von jedem
Einwohner der heimgesuchten Orte eine Metze (37 Liter) voll an das Amt abgeliefert werden
mußte. Wer mehr als das geforderte Maß ablieferte, bekam für jede Metze eine Belohnung von
drei Batzen fränkisch (36 Pfennig) zugesichert. Eine unglaubliche Menge von Eiern wurde
gesammelt und vernichtet, und so das Land von der drohenden großen Plage befreit. In
Ochsenfurt allein war z.B. die Menge der von den Feldern eingesammelten Eiern so groß, daß
ein drei Fuder haltendes Faß (4.500 Liter) damit aufgefüllt werden konnte.

Quellen:

Chronik des Dorfes Waldmannshofen
http://www.waldmannshofen.de/chro5whf.htm









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