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zahlreiche interessante Links + Komments zu Lothar

Geschrieben von: Martin Hubrig, Melle - Whh., 20 km sö. Osnabrück
Datum: 19. Januar 2004, 23:11 Uhr


Hallo Forum,

nachdem ich weiter unten Georg vorgeschlagen habe, seine Linksparte zu erweitern und aktualisieren, sowie hierzu eigene Initiative angekündigt habe, will ich dazu mit zahlreichen Links zum Orkan Lothar mal den Anfang machen.

Obwohl diese „Linksammlung“ schon recht umfassend ist - dieser Artikel hier hat mich sicher einige Stunden gekostet - gibt es bestimmt noch viel weiteres interessantes Material. Daher ist eine Ergänzung mit immer willkommen.

Da die beiden Orkane Lothar und Martin mit einer angefallenen Holzmasse von fast unglaublichen ca. 200 Mio. m³ in der jüngeren Forstgeschichte die absolut gesehen bisher schadensreichsten waren, fanden diese Stürme auch mein besonderes Interesse.

Um hier eine (wenn auch vermutlich bescheidene Diskussion in Gang zu setzen), habe ich mich entschlossen, meine Favoritensammlung zu diesen Ausnahmeorkanen durchzusehen und alle mir wichtig erscheinenden Links hier mit einem persönlichen Kommentar versehen, vorzustellen.

Hier der Link zu meinem Originalthread zum obigen Beitrag im Forum-Archiv (wegen der „Diskussionsbeiträge“; immerhin kamen für mich noch 3 Links dazu):
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/webbbs/wzarchive.pl?read=462961

Link zum Originalbeitrag von Wetterfuchs im Forum –Archiv (der als nicht diskussionsfähiger Einzelbeitrag auch in den interessanten Beiträgen zu finden ist):
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/webbbs/wzarchive.pl?read=452134

Der sicher der Mehrzahl bekannte DWD-Beitrag:
http://www.dwd.de/de/FundE/Klima/KLIS/prod/spezial/sturm/orkan_lothar.pdf

Dito derjenige von MeteoFrance (in französisch):
http://www.meteo.fr/la_une/tempetes.html

Bericht der Münchener Rück zu Lothar, Martin und Anatol: http://www.munichre.com/pdf/winterstuerme_d.pdf

Hier wird deutlich welch gewaltige Schäden Anatol (der ja immer ein bischen im Schatten von Lothar und Martin steht) in DK angerichtet hat!

Ein ebenfalls hochinteressanter Bericht der Ercgroup (GE ERC), http://www.ercgroup.com/index.shtml einem Rückversicherungskonzern aus den USA:
http://www.ercgroup.com/gpc/downloads/natural_catastrophes/wintersturm_e.pdf

Schadenbilder von der Insel L'Ile d'Oléron an der franz. Atlantikküste, knapp 150 km NNW von Bordeaux, wo der Orkan Martin seine höchsten Windgeschwindigkeit (außerhalb der Berge) entfaltete:
http://www.cabuzel.com/oleron/ouragan.php3

Auf dieser Insel wurden während des Orkans Martin am Le phare de Chassiron, einem exponiert gelegenen Leuchtturm in 10 m über dem Boden gegen 17 h 30 eine Spitzenböe von 198 km/h gemessen (bei Meteo France allerdings mit dem Vermerk „zu bestätigen“ versehen):
http://www.cabuzel.com/oleron/phchassiron.php3

Da in diesem Bericht auch für den gut 50 km SSE gelegenen Küstenort Royan eine Spitzenböe von194 km/h angegeben wird, sind die 198 km/h an der exponierter gelegenen Nordspitze der Insel plausibel. Auch die verursachten Schäden machen für mich derartige Böenspitzen nahe 200 km/h glaubwürdig.

Zum "Chassiron" auf der "Ile d´Oleron" gab es im WZ-Forum von cirrocumulus <a.neuen@meteomedia.ch folgende Angaben:
«Chassiron ! ... Es war "Chassiron" auf der "Ile d´Oleron" die bei 198 km/h den Geist aufgab.
Und es war nicht Lothar, sondern am 27./28.12. MARTIN, der Folgeorkan.
An der Station war ich schon ein paar mal. Interessant, dass der Windmast auch wirklich 10 m über Grund hat und nicht auf dem leuchtturm hängt. Ich möchte gern wissen, welche Windspitzen es wohl auf dem 80 m hohen "Phare d´Chassiron" gab ... !“
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/webbbs/wzarchive.pl?read=463002

und weiter von cirrocumulus <a.neuen@meteomedia.ch:
« Hier gibt´s Fotos... des leuchtturmes Chassiron.
Ich hab mir vom Wärter sagen lassen, es wäre der einzige schwarz-weiße in Europa.
Ob es stimmt, weiß ich nicht.
Die 225 Stufen nach oben bin ich schon öfter hoch.
Übrigens steht die Wetterstation unten bei den kleinen, zerbombten Häuschen. Der Windmast auch.“
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/webbbs/wzarchive.pl?read=463039

Diese redundanten Angaben von Spitzenböen nahe 200km/h wird erhärtet durch die Aussage von Michael Heidenreich (MH) zu den max. bisher registrierten Windgeschwindigkeit während einer außertropischen Zyklone im Tiefland (auch wenn dies natürlich kein Beweis ist).
210 km/h waren dies lt. Michael Heidenreich (MH) auf dem Mt. St. Michel (ganz im Westen der Normandie, an der Grenze zur Bretagne):
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/webbbs/wzarchive2002_1.pl?read=155468
Leider konnte ich im Internet keinen Hinweis auf eine evt. Messung (privat?) finden.
Aufgrund der herausgehobenen Lage des Berges über dem Wattenmeer und der Rauhigkeit durch den Berg selbst und die darauf befindlichen Gebäude kann ich mir eine Verstärkung der Böen bis auf 210 km/h Spitze gut vorstellen (Analogievergleich zum ähnlichen Berg Hohentwiel (siehe weiter unten).

Hier ein Link zum imposanten, exponiert im Watt der Kanalküste gelegenen 84 m hohen Granitberg, gekrönt von einer Kirche und umrundet von Befestigungsanlagen:
http://www.castles.org/castles/Europe/Western_Europe/France/france2.htm

Orkan Lothar richtete lt. dem oben verlinkten Bericht der Ercgroup (GE ERC) an den Gebäuden schwere Schäden an, wie auf Seite 11 nachzulesen ist.
Demnach entstanden damals allein an der Kirche ein Schaden von 1,3 Mio. US $:
“Mont Saint Michel abbey at USD 1.3 million.”

Ich selbst war 1994 dort. Neben den sehr trutzigen Gebäuden machten auch die Dächer, die scheinbar sehr wenig windanfällig mit sehr eng beieinander liegenden Schieferplatten gedeckt waren, auf mich einen sehr stabilen Eindruck!

Nun zum Hohentwiel bei Singen, wenige km westl. des Bodensees:
Auf diesem nur 686 m+NN hohen, aber sehr exponierten und schroffen Felsenberg, auf dem sich Deutschlands größte Festungsruine befindet, wurde an der MM-Station mit 272/km/h der höchste Wert einer Spitzenböe – auch auf das gesamte Bergland bezogen – gemessen.
Weil dieser Wert offensichtlich nicht unter WMO-Bedingungen in 30 m Höhe über Grund gemessen wurde – und wohl auch, weil dieser zu sehr aus dem Rahmen fiel (der offizielle Rekord von 259 km/h wurde auf dem mehr als 1000 höhern Wendelstein (DWD) gemessen) – ist dieser in keiner offiziellen Statistik mehr zu finden.
Nur die in der Nähe gelegene private Wetterstation Oberschwaben führt in einem Kurzbericht zu Lothar den 272 km/h – Spitzenwert auf dem Hohentwiel auf:
http://www.wetterwarte-oberschwaben.de/pdf/MS9912.PDF

Immerhin verwendet noch die Ercgroup (GE ERC), siehe Seite 8 unter http://www.ercgroup.com/gpc/downloads/natural_catastrophes/wintersturm_e.pdf
den 272 km/h Spitzenwert:
„The top speeds exceeding 270 km/h reached by Lothar at the Hohentwiel peak in the Hegau in south-western Germany”.

Zur Verdeutlichung der Form und Lage des Hohentwiels einige Bilder von diesem Berg:
http://www.hegaugalerie.de/assets/s2dmain.html?http://www.hegaugalerie.de/singenamhohentwiel/hohentwiel

Wenn auch der Hohentwiel aufgrund seiner Form und Lage gegenüber fast allen Bergen Deutschlands heraussticht, so ist doch zu bedenken, dass dieser nicht einmal 700 m+NN hoch ist. Daher sollten durchaus Parallelen zu ähnlich hochgelegenen und durch ihre Form, bzw. Lage zur anströmenden Luft stark windverstärkenden und die Böigkeit erhöhenden Geländeformen gezogen werden.

Diese Aussage wird durch die vorläufigen Schlussfolgerungen folgender Schadenanalyse, die dem Geländerelief große Bedeutung beimisst, unterstrichen (siehe Kapitel Zusammenfassung und Ausblick):
http://www.dkkv.org/forum2001/Datei59.pdf
Sturm Lothar: Schadenanalyse und Risikokartierung aus meteorologischer Sicht
C. Kottmeier1, C. Schmitt1, J. Schmoeckel1, A. Borchert2
1Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Forschungszentrum Karlsruhe/
Universität Karlsruhe
Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung

Nun näheres zu den in D. angerichteten Waldschäden, die mit ca. 30 Mio. m³ die zweithöchste je in einem Jahr durch Sturm angefallene Masse darstellten.
Die Orkanserie Anfang 1990 erreichte mit insgesamt ca. 70 Mio. m³ Sturmholz zwar einen mehr als doppelt so hohen Wert, wurde aber auch von 6! Orkanen über D. innerhalb von weniger als 5 Wochen (Daria, Herta, Judith, Ottilie, Vivian und Wiebke) verursacht!

Link des Forstlichen Ausbildungszentrums Mattenhof, zur Baden-Württembergischen Landesforstverwaltung gehörend:
http://www.fazmattenhof.og.bw.schule.de/unter/ausbild/schutz/lothar.htm
Sehr interessante Seite, auf der Analysen und Schadensbilanzen gezogen wird, mit zahlreichen weiteren Links (u. a. Schadensbildern, Luftbildüberfliegungen, etc.

Lt. Bayerischem Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten betrug die europaweite Schadensumme durch Lothar und z.T. Martin ca. 200 Mio. m³ Holz, ein unfassbar hoher Wert! Die Differenz liegt vermutlich überwiegend in denjenigen Schäden begründet, die Martin in Spanien anrichtete.
http://www.forst.bayern.de/scripts/direkteinstieg-cgi.pl?adr=http://www.forst.bayern.de/docs/&re=../frame/rechts-waldschutz.html&con=waldschutz-sturm-lothar.html&ob=../frame/oben-waldschutz.html&si=3

Infos aus der Schweiz:

Kurzbericht von MeteoSchweiz mit einer Übersichtskarte Windspitzen , sowie 2 Grafiken, davon eine mit Luftdruckverlauf an der Station Luzern, die andere mit Verlauf des 10min-Mittelwindes und der Böenspitzen an der ENET Messstation auf dem Üetliberg:
http://www.162.ch/de/Wissen/Rekorde/lothar.shtml

interessante Radaranalyse von Willi Schmid:
http://www.radar.ethz.ch/archiv_991226.html

Vom meteorologischen zum forstlichen:

Die WSL (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) wartet mit mehreren hochinteressanten Seiten auf:

Übersichtsseite mit zahlreichen weiterführenden Links:
http://www.wsl.ch/forest/lothar/

interessanter FAQ zu Sturmschäden und Wald:
http://www.wsl.ch/forest/lothar/faq_lothar-de.pdf

Zusammenfassende Analyse der WSL (von mehreren Autoren):
http://www.wsl.ch/lm/publications/books/buchlothar/pdfs/lotharzusammenfassung.pdf

hier gibt’s den 365-seitigen Originalband zu bestellen:
http://www.wsl.ch/lm/publications/books/buchlothar/buchlothar-de.ehtml

Weiteres forstliches, ebenfalls sehr lesenswert:
Der Zwischenbericht der schweizerischen BUWAL, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Eidgenössische Forstdirektion aus dem Mai 2002:
http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md/content/forstdirektion/wh_waldundholz/wh20_factsfigures/wh20_006_wald-infos/24.pdf

4 Bilder mit markanten Forstschäden der T4-Intensität:
http://www.abaecherli-forst.ch/lothar.html

Auch sehr gut:
Zusammenfassender Bericht des Schweizerischen Hängegleiter-Verbandes (SHV):
http://www.shv-fsvl.ch/d/wetter/archiv/1001.htm

Und hier noch ein Erlebnisbericht von Marco Puckert, der sich ebenfalls im WZ-Forum unter den interessanten Beiträgen findet.
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/webbbs/wzconfig1.pl?noframes;read=50

Und last, but not least, nicht ganz unwichtig:
Mögliche Haftungsfolgen aus Sturmschäden gegenüber geschädigten Dritten, die sich für Haus/Baumeigentümer ergeben können:

http://www.kanzlei.de/sturm.htm

http://www.rae-kleymann.de/themen/verbr8.pdf

Über ein wenig Resonanz würde ich mich freuen!

Herzliche Grüße an Alle, die diese Sisyphusarbeit zu schätzen wissen,

Martin

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