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Re: Luftbildanalyse Tornado Quirla am 02.10.06

Geschrieben von: Martin Hubrig, Melle - Whh., 20 km sö. Osnabrück
Datum: 12. November 2006, 17:48 Uhr


Hallo Johannes und Helge,

habe momentan nur sehr wenig Zeit, werde aber später ggf. noch mal näher auf die Fallmuster eingehen.
: Ich hab' mich an diesem Thread nicht beteiligt, weil ich das ganze
: ehrlichgesagt nicht wirklich verstehe. Ein Tornado ist nach allem, was ich
: so weiß, durch *ein* Pfad konvergenten Schadensmusters charakterisiert
: (wenn er aus mehreren Wirbeln besteht, bekommt man eine überlagertes,
: zykloid-förmiges Schadensmuster).
Das muss nicht zwingend so sein. Insbesondere bei schwächeren Tornados mit hohen Translationsgeschwindigkeiten gibt es oft ein eher einheitliches Fallmuster mit überwiegenden Fallrichtungen in die Zugbahn des Tornados.
Siehe hierzu auch die Letzmann´schen Spurtypen am Ende dieses Beitrages:
http://www.tordach.org/pdf/letzwww.pdf
(Vorsicht, ca. 4,2 MB).

: Auf dem Bild ist offenbar ein etwas
: anderes Schadensmuster zu erkennen. Wenn ich die Baumstämme als Proxy für
: Stromlinien nehme, bekomme ich ein divergentes Muster über Teilen des
: Waldes. Für mich ist *definitiv* nicht der gesamte Schaden durch einen
: Tornado verursacht.

Es sind in der Tat unterschiedliche Fallmuster zu erkennen, die mehrere Tornados und mind. einen starken Downburst erkennen lassen.

Siehe z.B dieses Bild hier:
http://www.tornadoliste.de/quirla/061002quirla_luftbild17.jpg
Rechts der Bildmitte oben starburstartiges Falluster.
Darunter mehrere kleinere Schadensnester mit ganz unterschiedlichen Fallrichtungen, quer zum Microburst oben. Dies war definitiv ein anderes Windereignis mit einem anderen Windfeld!

Auf diesem Bild
http://www.tornadoliste.de/quirla/061002quirla_luftbild18.jpg
sind um mehr als 90° veschiedene, ganz überwiegend konvergente Fallrichtungen zu sehen. Für mich durch Downburst nicht erklärbar.

und auf diesem Bild,
http://www.tornadoliste.de/quirla/061002quirla_luftbild19.jpg
welches die Situation auf dem obigen Bild um ca. 90° gegen den Uhrzeigersinn zeigt, geht hervor, dass einzelne Bäume um sogar ca. 180° versetzt konvergent (gegeneinander) gefallen sind.
Wenn gestattet, werde ich dies in den Bildern später durch Strichzeichnungen kenntlich machen.

: Vielleicht war ein Tornado in einen Downburst
: eingebettet, oder es gab zuerst einen Tornado und anschließend einen
: Downburst. Oder es gab überhaupt keinen Tornado, wobei ich das anhand der
: Bilder nicht beurteilen kann. Der Schaden ist schon immens, aber auch
: Downbursts können einen Wald derartig wegfräsen ...

Für mich gab es ganz sicher mehr als einen Tornado, aber auch mind. einen Microburst. Mehr dazu später.

Viele Grüße,

Martin

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