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Wetterzentrale Forum Archiv 2006 2. Quartal

ALLGEMEIN: (mögl.)Tornados in MV in 2005 (Presse:)

Geschrieben von: Thilo ( Ahrensfelde b Berlin, 71m üNN )
Datum: 18. April 2006, 22:50 Uhr


Hallo,

hier einmal ein kurzer Pressespiegel zu möglichen Tornado-Ereignissen im nördlichen Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 2005. Zwei Fälle liegen vor:

Fall 1
15.07.2005 - BAD DOBERAN

-> "Windhose fegte über den Buchenberg"(Ostsee-Zeitung,16.07.2005)

Bad Doberan Mehrere entwurzelte Bäume, ein umgestürzter Laternenpfahl und drei beschädigte Autos – das Unwetter gestern Nachmittag hinterließ rund um Bad Doberan deutliche Spuren.

Kurz vor 15 Uhr begann ein heftiger Regen- und Hagelschauer. Das Unwetter traf besonders den Buchenberg. Anwohner bemerkten ein lautes Heulen. Augenzeugen sagten, sie hätten eine Windhose gesehen. In der Ehm-Welk-Straße wurden drei, in der Brinckman-Straße zwei Bäume entwurzelt. In der Nähe des Parkplatzes am Heizhaus krachte ein umstürzender Baum auf zwei parkende Autos. Zudem wurde ein Laternenmast umgerissen.

„Zum Glück gab es keine Personenschäden“, so Doberans Wehrführer Wolfgang Scheil, der mit 15 Leuten und drei Fahrzeugen im Dauereinsatz war. Die Bäume zerlegten die Kameraden mit Kettensägen. Die Zufahrt von der Kreuzung Walkenhagen hoch zum Buchenberg wurde für mehr als eine Stunde gesperrt.

Das Unwetter wütete jedoch nicht nur auf dem Buchenberg: Auf den Straßen rund um Bad Doberan mussten noch Stunden nach dem Unwetter Autofahrer großen Ästen und umgekippten Bäumen ausweichen. In der Rostocker Straße räumten Feuerwehrleute in der so genannten Todeskurve zwei große Äste weg. Der eine war auf ein abgestelltes Auto gefallen, der andere auf ein Fahrrad. Auch hier wurde niemand verletzt.

Fall 2
29.07.2005 - MESCHENDORF, BÖRGERENDE, KÜHLUNGSBORN

-> "Windhose fegte Zelte weg"(Ostsee-Zeitung,01.08.2005)

Ein Wirbelwind hat am Freitagabend Teile von Campingplätzen in Meschendorf, Börgerende und Kühlungsborn verwüstet. Mehrere Menschen wurden von umstürzenden Bäumen und Ästen verletzt.

Meschendorf: Es ist die Ruhe nach dem Sturm: Yvonne Jaeckel und Maik Ritz sitzen mit vier Bekannten und Verwandten im Meschendorfer Ostseecamp „Seeblick“, flachsen, zischen Bier. Sechs Menschen aus Gotha im Urlaub an der Ostsee.

Tags zuvor war den Thüringern anders zumute. Gegen 19.45 Uhr brach über ihnen ein Unwetter los, das sie so noch nicht erlebt hatten. Blitze zuckten, Regen prasselte. Das Schlimmste aber war die Windhose, die auf sie zukam. „Das Meer war schwarz von den Wolken. Ich dachte erst, das Ganze zieht vorbei“, berichtet Yvonne Jaeckel. „Dass es so heftig werden würde, hätte ich nicht vermutet“, sagt Maik Ritz.

Als der Wirbelwind den Zeltplatz erreichte, flogen Zelte und Äste durch die Gegend. Bäume stürzten um. Ein Ast traf eines der Gothaer Autos: einen Volvo. Der Schaden war gering – eine Beule auf der Motorhaube.

Mehrere Menschen hatten in dem halbstündigen Unwetter nicht so viel Glück. Im Doberaner Krankenhaus wurden laut dem diensthabenden Arzt Thilo Wagner etwa zehn Personen von den Campingplätzen in Meschendorf, Börgerende und Kühlungsborn eingeliefert – die meisten mit Platzwunden, manche mit Schädel-Hirn-Trauma. „90 Prozent davon waren Urlauber“, sagte Wagner gestern. Zwei – ein Erwachsener und ein Kind – mussten wegen der Schwere ihrer Verletzungen im Krankenhaus bleiben. Sie hatten stark blutende Kopfwunden, befänden sich jedoch auf dem Weg der Besserung.

Der Meschendorfer Campingplatz-Betreiber Volkmar Lange sagt, dass solche Wetterkapriolen alle paar Jahre auftauchen. Er habe des öfteren Stürme mit Windstärke 12 erlebt. Der vom Freitagabend sei inetwa in dem Bereich anzusiedeln. „Viele Camper kommen aus Großstädten und kennen solche Erscheinungen nicht“, sagt Lange. Er und seine Mitarbeiter hätten vorher alle gewarnt: „Da kommt was auf uns zu.“

Einige Camper reisten nach dem Sturm erbost ab, erzählt Jörg Balßuweit, der mit 16 Kameraden der Feuerwehr Rerik und drei Leuten der Kühlungsborner Wehr nach Meschendorf ausgerückt war, um möglichen Verletzten zu helfen, um Stämme aus dem Weg zu räumen und lockere Äste aus den Bäumen zu schneiden.

„Es sah heftig aus dort. Ein wahres Wunder, dass dort außer einem verletzten Jungen nichts Gravierendes passiert ist“, sagt Feuerwehrmann Bernd Feldmann. Zwei holländische Autos und ein Wohnwagen seien durch umherfliegende Äste beschädigt worden.

Die Kühlungsborner Feuerwehr rückte Sprecher Eberhard Wieck zufolge Freitagnacht und Sonnabend achtmal aus, um Sturmschäden zu beseitigen. „In West hat es eurostückgroße Hagelkörner gegeben. Da sind garantiert auch einige Autos beschädigt worden“, so Wieck.

Grüße,
Thilo

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