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Wetterzentrale Forum Archiv 2004 3. Quartal

ALLGEMEIN: /Wasserhose? am Sonnabend in Effelder?

Geschrieben von: Christophe
Datum: 25. Juli 2004, 20:40 Uhr


Hi,

hab ich Gestern/Vorgestern hier im Forum was übersehen?

Hier mal ein Zeitungsartikel:
tlz.de

Hier per copy&paste aus der Thüringischen Landeszeitung:
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Zeitbombe tickte unweit des "Doms"

Eichsfeld. (tlz/ebe/ct) Während Samstagmorgen in den am Abend zuvor von der Windhose und den damit verbundenen Überflutungen heimgesuchten Dörfern die Aufräumungsarbeiten liefen, tickte oberhalb des "Eichsfelder Doms" eine Zeitbombe. Fast randvoll stand - nur drei Zentimeter fehlten bis Beckenrand - eines der zwei je 500 Kubikmeter Gülle fassenden Becken und drohte überzulaufen. Beim benachbarten Gülledepot lagen 30 Zentimer zwischen Rand und Gülleoberfläche. "Wenn diese Massen bei weiterem Regen überschwappen und über die Wiesen laufen, ist die Katastrophe da", so besorgt Geschäftsführer Albert Martin. Würde die Gülle Richtung Tal fließen und das Gebiet von Lutterquelle und Gläsnerquelle verseuchen, bräche die Trinkwasserversorgung für 11 000 Einwohner zusammen. Doch die Gefahr wurde gebannt und ein Teil der Gülle außerhalb des Trinkwasserschutzgebiet dünn aufgebracht, so ein Puffer Luft in beiden Becken geschaffen.

Derweil lief Samstag überall in Effelder die Schadensbeseitigung. Die Wasserhose hatte Effelder 106 Liter Wasser pro Quadratmeter beschert. "Etwa 80 Prozent der Haushalte dürften betroffen sein, die Schäden in die Millionen gehen", schätzt Wehrführer Thomas Oberthür ein. Durch die Wasserhose war gegen 17 Uhr die Mühlhäuser Straße in einen 30 Zentimeter tiefen See verwandelt worden, schoss das Wasser ins Unterdorf - durch die Trift wie ein reißender Strom. Torstraße und Lange Straße war ebenfalls besonders betroffen. Die Feuerwehren Effelder, Küllstedt, Wachstedt, Dingelstädt und das THW Heiligenstadt waren bis 2 Uhr nachts im Einsatz. In der Neuen Straße war ein Baum auf einen geparkten Pkw gestürzt. Überall packten die Einwohner zu.

Ganz bitter traf es die Familien Kühler/Dell in der Lange Straße. Berge von Geröll, Schlamm mussten aus dem Haus geschafft werden. Die Wassermassen waren in Wohnzimmer und Küche geschossen. Der Keller lief voll, in Parterre stand das Wasser einen halben Meter hoch. Der Schaden ist enorm. "Würden nicht Freunde, Nachbarn helfen, ich wäre verzweifelt", so Janette Dell.

Nachbarschaftshilfe wurde überall in Effelder geleistet. Ob bei Fuhrunternehmer Richardt, wo Geröllmassen ins Haus drückten, oder der Familie Weber, wo der Keller randvoll Wasser war.

Bis zur Erschöpfung arbeiteten Samstag im Hotel Klostermühle Chefin Rita Hartig, ihre Familie und ihre Mitarbeiter. Der Keller hatte nach dem Unwetter halbvoll gestanden, das THW Heiligenstadt abgepumpt. Als Rita Hartig in den Keller konnte, bot sich ihr ein Bild der Verwüstung. Alles, was sich in den Kellerräumen befand - darunter die gesamte Hotelwäsche (Wert 7500 Euro), zwei Waschmaschinen, drei Trockner, Kühltruhen und die Lebensmittelvorräte - waren dahin. Als das Unwetter losbrach, hatte Rita Hartwig gerade eine 60-köpfige Hochzeitgesellschaft im Haus. Sie war für Stunden vom Wasser eingeschlossen, konnte aber, dank Improvisationstalent des Hotelteams, eingeschränkt dennoch bis 2.30 Uhr feiern. Genauso heftig hatte es die benachbarte "Luttermühle" getroffen - mitten in die Vorbereitung einer Hochzeitsfeier, die trotz allem Samstag ausgerichtet wurde. Da packte auch Otto Meier zu, der tags zuvor das Schwein gerettet hatte.

Bis 4 Uhr am Samstagmorgen war die Wehr von Großbartloff mit 30 Kameraden im Einsatz. Nach sechs Stunden Schlaf ging es weiter. 20 Keller und zwei Baugruben mussten leer gepumpt werden, Geröllmassen von Straßen beseitigt werden. Besonders arg in Mitleidenschaft gezogen wurde das Haus der alten Druckerei. "Bis ins Wohnzimmer stand das Wasser", sagte Bürgermeister Winfried König. Auf den Dosswiesen floss das Wasser teilweise bis zu 50 Meter breit. Viele alte Bäume wurden mitgerissen, die nun den Flusslauf der Lutter verstopfen, dringend mit schwerer Technik beiseite geräumt werden müssen. Viele Wege waren regelrecht weggespült worden. Konsequenzen aus dem Hochwasser will die Gemeinde ziehen und die Uferbefestigung und alte Brücken überprüfen lassen. "Für neue Bauwerke aber fehlt uns das Geld", so König. Für die Brücke am Wasserfall ist vor dem Unwetter der Förderbescheid eingetroffen.

Das Unwetter traf auch Lengefeld/Stein schwer. Land unter war die Hauptstraße. Acht Feuerwehren waren im Einsatz. Am Samstag noch hatte die Feuerwehr mit Abpumparbeiten zu tun. Aufräumen hieß es Samstag auch in Bickenriede, wo nach der Windhose zahlreiche Keller unter Wasser standen, Straßen überflutet waren. In Geismar waren einige Keller beim Sportplatz voll gelaufen, in Großtöpfer wurde am Samstag das Wehr vom angespülten Unrat befreit. "Die Feuerwehren machten ihren Job großartig. Dank an alle", so der stellvertretende Kreisbrandinspektor Heiner Heckeroth. Er lobt auch die Mithilfe der Bevölkerung: "Bestens!"
25.07.2004
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Also irgendwie ist der Artiekel etwas ungenau.
Christophe

Beiträge in diesem Thread

ALLGEMEIN: /Wasserhose? am Sonnabend in Effelder? -- Christophe -- 25. Juli 2004, 20:40 Uhr
Sollte da eine leichte Unklarheit herrschen -- Mr_Tornado -- 26. Juli 2004, 08:04 Uhr

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