[ Thread ansehen ] [ Zurück zum Index ]

Wetterzentrale Forum Archiv 2003 1. Quartal

BEOBACHTUNG: Tornados!

Geschrieben von: mesoscale
Datum: 26. Februar 2003, 15:49 Uhr


Jaja, man hört so viel von ihnen und weiß doch so wenig über sie. Sie sind klein und unscheinbar, riesig und alles verschlingend, schnell oder langsam, durchsichtig oder schwarz.Sie werden leise geboren und sterben leise. All diese Eigenschaften habe mich erst zum Wetter gebracht. Diese zerstörerische, den Menschen noch immer überlistende Gewalt der Natur.
Zuerst einmal die typische Einteilung der Tornados.
F0:
Diese Wirbelstürme sind die leichtesten aller Tornados und weisen Windgeschwindigkeiten von 65-116km/h auf. Das bedeutet, wenn man beim Sonnen halt mal schnell von einem Windschlauch mit 110km/h in den nächsten teich gesaugt wird kann man immernoch sagen:" Hey, ich habe ja aber einen schwachen kleinen Kerl kennengelernt!"
Dies ist das Bild eines F0. Die Strukturen sind zu schwach ausgeprägt. Er befand sich aber gerade in Umwandlung zu einem F!:

Dabei fällt einem die wirklich "lasche", bedeutet zerfledderte Struktur, auf, die den Tornado noch sehr zerfahren aussehen lässt. Entweder sind die Bedingungen bei solch einem Sturm wirklich nicht gut genug, um ihn weiter entwickeln zu lasse, oder er löst sich gerade auf.Doch VORSICHT! Solche unstrukturierten Wolkenschläuche können sehr schnell sehr gefährlich werden.Doch auch ein F0 kann schon Schäden anrichten, wie Kamine einreißen, Straßenschilder um drehen, Aäste oder schwache Bäume umreißen.

Als nächstes ein F1. Dabei kann man als Bild das 2. von oben ansehen. Die Strukturen haben sich zwar etwas verbessert, doch meistens unterscheidet einen F0 und einen F1 das strukturiertere Aussehen eines F1 und, dass bei einem F0 meist der Rüssel nur leicht oder überhaupt nicht über den Boden streicht, während ein F1 schon auf dem Boden sein sollte.
Schäden entstehen sehr wohl, da die Winde schon 180km/h erreichen können.Und das muss man sich erst einmal vor Augen halten. Bereist ein F1 erzeugt hurricaneartige Winde, kann Autos von Straßen fegen, die berühmten Wohnmobilehäuser umfliegen lassen.Auch in der Natur kann ein F1 bereist schon erhebliche Schäden anrichten, wie hier am 31. Mai 2002 in Hancock,NY zu erkennen ist:
Dieses Haus wurde leider Opfer dieses Sturmes:

Und schaut euch ruhig einmal den Tornado oben an. Die Gefahr ist, das viele glauben, dass der Tornado, wenn er anscheinend noch nicht vollst#ändig den Boden erreicht hat, dort auch keine Winde erzeugt...falsch!


Und dieses wurde ebenfalls Opfer eines starken F1:

Die nächste Steigerung ist der F2.
Ein F2 ist schon gar nicht mehr witzig. Seine Struktur ist besser ausgebildet, das bedeutet, er sieht "glatter" und " kompakter" aus.

Doch bitte nehmt das hier mit den Beschreibungen NICHT genau, denn acuh ein F1 kann massig aussehen, wie eine riesige Wand, doch dann nur F1 Winde erzeugen. Wenn man mich fragt, kann man Tornados überhaupt nicht und wenn, dann nur sehr sehr schwer definieren.
Doch die Winde sind bei jedem F2 einheitlich und betragen 181-252km/h.Die Schäden gehen von einsturzreifen Häusern bis hin zu zerstörten Wohnparks.
Dieses Haus wurde Opfer eines F2

Dieses Auto auch:

Und auch dieses Haus wurde Opfer eines F2:

Gehen wir weiter in der Hitliste der Tornados nach oben und erreichen nun die großen und ausgereiften Tornados, die F3!
Diese Windwalzen erreichen bereits Winde von Spitzen bis zu 330km/h.Was sich solch einem Monster in den Weg stellt bleibt nicht mehr stehen...keine Bäume, keine Eisenbahnen, keine Autos, gut konstuierte H#äuser sind einsturzgefährdet.Um es vor Augen zu führen. Bis hier sind wir in einem Bereich, der sehr sehr häufig in Amerika geschieht. Solche Tornados sind bei Gewitter und MCC's nicht ungewöhnlich, jederzeit kann solch ein Monstrum dein haus zerstören.
Als Besipiel möchte ich gerne diesen F3 zeigen:


Man kann wirklich ausgesprochen gut die gewaltige Dimension dieses Trichters erkennen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass in solch einem Unwetter selbst mehrere kleine Wirbel ihr Unwesen treiben.
Stehen bleiben tut nur wirklich sehr sehr wenig:

Dies war mal ein Farmhaus:

Hier mal ein F3, wie er über Wasser seine Konkturen verliert und seine beiden Rüssel zeigt:

Schrauben wir die Gewalt noch weiter hinauf...ein F4!. Sie kommen schon um einiges seltener vor, doch sind gerade die F4 aufwärts diejenigen mit den meisten Todesopfern.F4 können Winde von 418km/h erreichen.
Eigentlich brauche ich bei solch einem Schadensbild nichts mehr sagen:
Dieses Haus in Florida wurde bis aufs Fundament weggeblasen:

Autos beginnen weitere Distanzen zu fliegen, gut gebaute Häuser stürzen ein.Sonst wird alles platt gemacht.
Erklären kann man dies anhand des berühmten Spencer Tornados,der am 30.Mai 1998 zuschlug.

Es ist einfach nur eine Masse aus Staub und Wind.
Der Tornado war impostant, leider auf diesem Bild schlecht zu sehen...was würdte ihr wohl sagen ,wenn vor eurem küchenfenster dieses Bild auftauchen würde?




Die Schäden sind bereist demenstprechend.
Autos sind dort nicht mehr benutzbar:

Nur noch das Fundament bleibt übrig:

Katastrophe pur:

Und ihr habt noch immer nicht genug? Nun, dann müssen wir noch die F5/F6 durcharbeiten. Doch ich persönlich lasse die F6 beiseite. Es wird schon richtig gesagt, dass man beim Schadensbegutachten nicht mehr zwischen einem F5 und einem F6 unterscheiden kann. Ein F5 weist in seinem Maximum 511km/h auf, ein F6 würde bis hinauf zu 609km/h und darüber gehen. Doch zeige mir einer nur mal einen Gegenstand der solche Winde aushält. Verwüstung ist unbeschreiblich, Teer wird von der Straße abgeblättert, Busse, Autos und Züge fliegen durch die Luft.
Ein F5 kann über Wasser und über Land vorkommen. Nun mal an die person, die mir die Mail zugeschickt hat und sagt, ein F3 sei doch über Wasser nie möglich..selbst in Florida. Hier ein Beispiel eines F5( der große) über Wasser..eine niedliche kleine Wasserhose:

Hier der kleinere der beiden als F3:

Schönes Segeln..und vergessen sie auch ja nicht Ihren Regen und Windschutz...könnte a bissle ungemütlich werden:

Auch über Land gibt es die F5, die aber wirklcih sehr sehr selten vorkommen...aber sie kommen vor. Und lasst einen F5 nur mal in eine etwas größere Stadt reindreschen und schon haben wir das Chaos, wie hier am 3.Mai 1999 in Oklahoma, Bridge Creek.

Solche Tornados sind wirklich selten, doch wie gesagt, die Chance bestehen jedes Frühjahr:

Der F5 wälzte sich durch die Vororte von Oklahoma City und zerstörte alles, aber wirklich alles, was in seinen Weg kam:


Zerstörung gab es im Grunde flächendeckend...es kag nichts mehr über einander:

In Amerika sind die Bedingungen für Tornados wirklich einmalig gegeben, doch können sie überall auf der Welt vorkommen ( außer in den arktischen Gebieten).
Dabei stiegen die Berichte von Tornados dank der häufigen Beobachtungen in den letzten Jahren immer weiter an:

Bis zu 1000 jährlich..wirklich bemerkenswert.
Dem gegenüber sank die Todesrate wegen verbesserter Vorhersagen weiter ab...doch einzelne Ereignisse lassen immer wieder aufhorchen und zeigen uns, dass wir die Tornados noch lange nicht verstanden haben:

Um die Entstehung von Tornados zu verstehen muss man wirklich bis ins kleinste Detail gehen, was mir leider noch nicht vermacht wurde.Grundsätzlich ist ein Tornado nichts anderes als ein Gebiet mit rotierenden Luftmassen unter einer Haufenwolke und beinehae immer sichtbar!
Es gibt Tornados, die unten nicht mehr sichtbar sind und nicht unbedingt auch Erde und Staub aufwirbeln:

Es gibt aber auch Tornados, die obern unsichtbar sind und unten ausgebildet sind:

Sie könnten wie folgt entstehen:
Durch die Windscherung, die ja auch z.B. die riesigen gewitterherde ( superzellen) erst ermöglicht, beginnt sich ein riesiges, tubenförmiges und horizontal gelegenes Luftstück langsam aber sicher zu bewegen. Durch die updraft unter der Gewitterwolke wird dann dieses ganze Süstem gestreckt und dies nach oben.Die Verwirbelung beginnt somit sich langsam vond er Horizontalen Ebene in die Vertikale Ebene umzubilden, sodass die Verwirbelung langsam, aber sicher nach unten durchgreigen kann....erste vorsichtige Funnel können nun beobachtet werden, oder gleich die Entstehung der Tornados. Dabei aber wird erst noch ein weiterer viel komplizierterer Komplex in Bewegung gesetzt, sodass kalte Luft von dem oberen Teil der Gewitterwolke beginnt, nach unten gesogen zu werden. Gleichzeitig wird die warme Luft nach oben gesogen. Rund um den Tornado...selbst in einigen Kilometern Entfernung.... leben die Winde auf und erreichen sogar Orkanstärke, da der Tornado nun gewaltige Luftmassen in den Trichter einsaugt.Dabei aber spielen noch viele weitere Faktoren, wie die RFD( rear flank downdraft( FFD= Forward Flank Downdraft) und die gustfront ) eine wichtige Rolle, denn anscheinend sind die Häufigkeiten der Entstehung bei ihrem Zusammentrefen am Größten ( dort wo sich im unteren Bereich ein kleines Tief ( eine positive vorticity) bilden konnte. Doch wie ich erst vor kurzem gehört habe ist auch diese Theorie bereist wieder verfallen.Um genauere Infomrationen zu bekommen müsst ihr euch halt selbst auf dem laufenden halten und im Netz rumklicken.

Man kann sich aber eine Richtlinie setzten, dass meist in der nähe von sog. wallclouds sich Tornados ausbilden..wallclouds können sehr verschieden aussehen:

oder so:


Solche Wolken zeigen auf ein Gebeit mit erhöhrter Feuchtigkeit hin...die Luft wird dort schon in einem z.T. bodennahen Niveau zur Sättigung gebracht. Dabei kann man sogar manchmal zusehen, wie Wolkenfetzten in die Aufwindbereich hineingerissen werden. Eben dort enstehen häufig auch die Tornados.




Die Liveberichte erwähnen in solchen Regionen neben einer gespenstischen Stille( alle Luft wird ja nach oben gerissen) auch häufig eine stark wechselnde Windrichtung.


Desweiteren darf man acuh ein wichtiges Zeichen für Tornados nicht vergessen.

Durchläuft man einen Sturm und kommt in das Gebiet, wo einem nur noch Baseball große Hagelsteine auf den Kopf fallen, dann ist man in der oder unter der updraft und somit in dem gefährdeten Gebiet.
Dabei aber muss man auch darauf achten, dass solche Hagelgeschosse wirklich gefährlich werden können, denn sie können zwar klein sein:

doch schnell werden sie größer:

und werden zu Giganten:

können richtig groß werden:

und Schaden anrichten:

So, dies wäre es mal fürsr erste. Zwar hat man aus dieser Mail wirklich nicht viel über ihre Entstehung erfahren, doch wollte ich nur mal wieder auf die kommende Tornadosaison aufmerksam machen, und was die Menschen in den USA so alles bevorstehen könnte. Wer mehr Infos über dieses Thema sucht, macht dies am Besten im Netz unter dem Stichwort: Chuck Doswell!!!!!
Seine Aufsätze sind wirklich sehr lehrreich. Weiteres sehr informative Hinweise und Aufsätze findet ihr unter
. www. germansevereweather.de
. www.saevert.de
Auch ich wüßte ( ehrlich gesagt und ohne angeben zu wollen) noch etwas mehr über Tornados, doch wird mir das als Abiturient etwas zu viel...vielleicht gehe ich später mal näher auf die ganzen Sachen ein. Dies sollte wirklich nur ein Überblick über dieses Wetterph#nomen werden.

Grüßle, Helge

Beiträge in diesem Thread

-- --

[ Thread ansehen ] [ Zurück zum Index ]

Wetterzentrale Forum Archiv 2003 1. Quartal wird administriert von Georg Müller mit WebBBS 5.12.