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Wetterzentrale Forum Archiv 2002 4. Quartal

KLIMA: Warum Thieme (Treibhauseffekt) irrt:

Geschrieben von: MarkusV
Datum: 21. Oktober 2002, 14:35 Uhr


Hallo Kollegen,

der Artikel von Thieme ist mal wieder weiter unten diskutiert worden. Ich habe ihn kommentiert und erläutert, warum viele seiner Behauptungen falsch sind (O-Text in ">>>>"). Vielleicht bringen meine Kommentare ja etwas Fortschritt im Verständnis des Treibhauseffektes.

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Treibhauseffekt - ein forscher Irrtum

von H. Thieme

Nach wie vor werden abenteuerliche Visionen über bevorstehende, vom Menschen verursachte klimatische
Veränderungen in die Welt gesetzt. So erschien Anfang Januar 1999 die Meldung, daß infolge von
menschenverursachter Klimabeeinflussung der Golfstrom innerhalb der nächsten dreißig bis fünfzig Jahren
verschwinden könnte. Dies hätte zweifellos dramatische Konsequenzen für das Leben auch in unserem Land. Nach
wie vor werden aber weder verständliche noch überzeugende Erklärungen der Ursachen der befürchteten
Veränderungen präsentiert. Insbesondere stehen die bisher bekannten Erklärungsversuche einer Klimabeeinflussung
im krassen Widerspruch zum Wissensstand der Physik.

Von den Verkündern einer zu erwartenden Klimakatastrophe wird dabei so gut wie ausschließlich die These angeführt,
daß durch Veränderung der Anteile von Spurengasen in der Atmosphäre die Wärmeabstrahlung der Erde in Richtung
All vermehrt behindert wird. Hierdurch würde sich die Atmosphäre verstärkt aufwärmen, Klimaänderungen verursacht,
wobei die Atmosphäre wie ein Treibhaus wirke.

Zweifellos hat beispielsweise ein beträchtlich schwankender Wassergehalt in der unteren Atmosphäre kräftige
Wirkungen auf die Temperaturverhältnisse in unserem Lebensraum. Es ist von jedermann einfach zu beobachten,
daß es bei klarem Himmel nachts wesentlich kühler wird als bei einer geschlossenen Wolkendecke. Schiebt sich am
Tag eine Wolke vor die Sonne, wird die ausfallende Sonnenstrahlung sofort spürbar. Damit sind die
Strahlungswirkungen, besser: Reflexionswirkungen, des kondensierten oder erstarrten Wasseranteils in der Luft
bereits skizziert. Aber gerade Einwirkungen der Menschheit auf den Wasserinhalt der Atmosphäre und dadurch
mögliche Temperaturwirkungen werden von den Anhängern der Treibhaus-These bislang als unerheblich dargestellt.
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Der Autor bezieht sich hier auf die Wirkung kondensierten/gefrorenen Wassers in der Atmosphäre (d.h. Wolken) auf die Durchlässigkeit von Strahlung, diese wird verringert durch:

1. Reflexion und elastische Streuung (die Strahlung wird nicht in andere Strahlungsarten (z.B. Licht -> Wärme) umgewandelt, sondern nur umgelenkt, die Durchlässigkeit nimmt ab, weil Strahlung in dem Strahlungbündel auf dem Weg durch die Wolke durch Umlenkung aus der Ursprungsrichtung verloren geht.

2. Absorption
hier findet Umwandung in andere Strahlungsarten (z.B. Licht -> Wärme) statt. Mikroskopisch läuft das folgendermaßen ab:

Das Molekül kann Strahlung einer bestimmten Wellenlänge nur dann absorbieren, wenn es bei dieser Wellenlänge Resonanzen (Linienspektrum) zeigt. Einzelne Wasserdampfmoleküle zeigen vor allem im Infraroten (Wärmestrahlung) ein Linienspektrum. Die Strahlung kann aber auch über ein Wellenlängenintervall (Bandenspektrum) absorbiert werden, welches eine komplexe Feinstruktur haben kann, die die Eigenschaften des Moleküls widerspiegelt (z.B. seine Rotations- und Schwingungseigenschaften). Darüberhinaus hängt die Breite des Wellenlängeintervalls von der Umgebung des Moleküls und seiner thermischen Bewegung (Dopplerverbreiterung) ab. Stößt das Molekül mit anderen (auch anderesartigen) zusammen, so äußert sich das mit einer Verbreiterung der Linien (Stoß- und Druckverbreitung).
Bei den Stößen wird Energie übertragen, sofern der Stoßpartner Resonanzen zeigt. Das ist über weiten Bereiche der Fall, und so führt dieses Wechselspiel zur sogenannten Thermalisierung des Gases (bzw. Gasgemisches). D.h. die von EINEM Molekül
absorbierte Strahlungsenergie wird auf ALLE aufgeteilt. Makroskopisch äußert sich dieser Austeilungsprozeß mit einer Temperaturzunahme des Gases (Gasgemisches). Die stillschweigende Annahme, daß des Gasgemisch Luft (Stickstoff, Sauerstoff, etc.) eine Temperatur hat, beruht auf diesem Prozeß. Oder hat schon einmal jemand gehört, daß der Luftstickstoff heute mittag 15°C warm ist, der Luftsauerstoff aber nur 10°C?
Andererseits kann man durch gezieltes Ausnutzen oder Einschränken der Resonanzen ein Thermalisieren verhindern und so für besondere Effekte nutzen. Darauf beruht z.B. das Prinzip eines Gaslasers.

Bei Flüssigkeiten (Wasser) oder Festkörpern (Eis) sind die Wellenlängenintervalle, in denen Absorption stattfinden kann noch breiter.
Der Grund ist die stärkere Kopplung der einzelnen Moleküle im Verbund der Flüssigkeit/Festkörpers.
So absorbiert Wasser/Eis im Infraroten über den ganzen Bereich mehr oder weniger.

Bei Wolken dominiert daher der 1. Prozeß für das sichtbares Licht, der 2. Prozeß für Wärmestrahlung (denke ich).

Veränderungen der Wirkung des Treihauseffektes durch Veränderungen in Art, Vorkommen und Häufigkeiten von Wolken ist ein momentan intensiv betriebenes Forschungsgebiet. Es wird keinesfalls ignoriert. Vor allem die verändernde Wirkung von Zirrus-Wolken wird untersucht.

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Die Klimabedrohung soll von ansteigenden Anteilen von Gasen wie CO2 (hauptsächlich) und daneben noch O3, N2O,
CH4 ausgehen. Diese Gase sind zwar nur in verschwindend geringen Mengen, als " Spurengase", in der Luft
enthalten, darunter ist CO2 ist mit einem Anteil von knapp 0,04 Prozent noch am stärksten vorhanden, es ist aber ein
Ansteigen insbesondere des CO2-Anteils zu verzeichnen. Bei einem weiterem Anstieg sollen hieraus folgenschwere
Aufheizeffekte der Atmosphäre resultieren. Die Begründung dieser erwarteten Aufheizeffekte war und ist bislang
nebulös. Anfangs war davon die Rede, daß die Spurengase in der Luft die von der Erde abgehende Wärmestrahlung
reflektieren und damit zur Erdoberfläche zurücklenken (Rückstrahlung). Nachdem den Anhängern der Treibhaus-
These verständlich gemacht worden ist, daß in der Luft fein verteilte Moleküle, wie z. B. die vom CO2, keine
Reflexionswirkungen zeigen und diese deshalb auch keine Rückstrahlung verursachen können, wurde die
Argumentation auf eine thermische Rückstrahlung (Strahlung auf Grund der Temperatur des Strahlers) umgestellt.
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Es gab nie zwei verschiedene Argumente. Wenn der Autor das meint, so liegt das vielleicht daran, daß die erste Erklärung gegenüber der zweiten stark vereinfacht wurde, was aber nicht unbedingt vorsätzlich geschah.

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Weil aber mit der Höhe in der Atmosphäre die Temperatur abnimmt, und deshalb keine Energie-Rückübertragung aus
auf diesem Wege möglich ist,
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Wer redet denn davon, daß das der Effekt ist, der dem Treibhauseffkt zugrunde liegt?
Wenn die Temperaturschichtung einen Energietransport Richtung Boden verhinderte, würde
überhaupt keine Konvektion stattfinden.
Der Autor geht von dem Irrtum aus, daß der aufgrund des Entropiesatzes keine Energie von
Gebieten tieferer Temperatur zu Gebieten höherer Temperatur fließen kann. Doch der Entropiesatz
ist in der Atmosphäre überhaupt nicht allgemein anwendbar! Der Entropiesatz ist nur bei Systemen anwendbar, die
keinen Energieaustausch mit der Umgebung haben. Die Atmosphäre nimmt aber Energie von der Sonne auf und gibt
wieder welche in den Weltraum ab.
Diesen Fehler macht auch Thüne.

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wurde jetzt vom Umweltbundesamt in der Schrift "Klimaänderung: Ein
wissenschaftlicher Popanz?" unter These 10 eine weitere unhaltbare Argumentation vorgestellt. Dort wird erläutert,
daß die von der Erde abgehende Strahlung "...teilweise von den in der Atmosphäre befindlichen optisch aktiven
Gaskomponenten, ....., aufgenommen (absorbiert) und entsprechend den Gesetzen der Quantenphysik in gleichem
Maße wieder abgegeben (reemitiert) wird".
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Na klar, das ist doch genau der Prozeß der Absorption, den ich oben beschreiben habe.
Der Autor scheint zwei Dinge nicht unter einen Hut zu bekommen:
a) die absorbierte Energie wird vollständig an den Weltraum zurückgegeben
b) die Atmosphäre soll sich aber erwärmen und muß dafür Energie zurückhalten

Dieses Dilemma hat ihre Ursache darin, daß er nicht realisiert, daß es sich hier um ein Fließgleichgewicht handelt.
Ständig wird Energie von der Atmosphäre aufgenommen und wieder abgegeben.

Zur Erklärung: Das Dilemma ist durch die unterscheidlichen Zeitskalen bedingt, auf die sich die beiden Argumente beziehen.
Man kann die Verstärkung des Treibhauseffektes mit dem Füllen (Einstrahlung) einer Badewanne vergleichen. Dabei soll eine bestimmte Eichmarke (Temperatur) erreicht werden. Erschwerend kommt aber hinzu, daß das Wasser wieder abfließt (Abstrahlung der Atmosphäre). Wenn der Zufluß gleich dem Abfluß ist, so bleibt der Wasserstand nach dem Einregeln an der Eichmarke konstant. Nun wird der Abfluß kurzzeitig verstopft.
Das Wasser steigt und würde weiter steigen, wenn nicht Prozesse in Gang kommen, die den Abfluß wieder frei machen, so daß dieselbe Abflußrate wie vor der Störung erreicht wird. Es wird dann ein neues Gleichgewicht mit konstanten und gleichen Zu- und Abflußraten erreicht, aber der Wasserstand liegt nun konstant ÜBER der Eichmarke.

Genauso muß man sich den anthropogenen Treibhauseffekt vorstellen! Für die Regulierungsprozesse, die zu einem neuen
Gleichgewicht führen, kommen alle Energietransportprozesse in Frage.

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Es ist bekannt, daß Strahlung mittels der Quantenphysik erklärt werden kann. Aus der Wärmelehre ist aber auch
bekannt, daß Energie im wesentlichen dann über Strahlung abgegeben wird, wenn die anderen Wege zur
Energieabfuhr, nämlich Konvektion (Wärmeübergang) und Wärmeleitung, nicht oder nicht in ausreichendem Maße
genutzt werden können. Letzteres trifft insbesondere für das Vakuum bzw. vakuum-ähnliche Zustände zu, z. B. bei
der Übertragung der Sonnenenergie durch das All.
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An diesem Abschnitt zeigen sich die Grenzen des physikalischen Verständnisses des Autors.
Es ist natürlich nicht so, daß die Quantenphysik und die Wärmelehre zwei sich ausschließende Theorien sind.
Auch Prozesse wie Konvektion oder Wärmeleitung laufen mikroskopisch nach quantenphysikalischen Prozessen ab.
Der Autor hat natürlich recht, wenn zwischen allen Energietransportprozessen "Konkurrenz" besteht.
Der letzte Satz ist ziemlich wirr. Was ist ein "vakuum-ähnlicher Zustand"? Ich glaube, der Autor vermischt
hier das Vakuum des Alls mit dem sog. "Vakuumzustand" der Quantenphysik, der einen völlig anderen Sinn hat.

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Will man experimentell innerhalb von Gasen eine Energieabgabe
einzelner Gasmoleküle durch Strahlung erreichen, so müssen entweder die Gase in erheblicher Verdünnung,
praktisch in vakuum-ähnlichen Druckzuständen vorliegen, oder aber die dem Gas zugeführte und dann wieder
abzugebende Leistung muß beträchtliche Leistungsdichten erreichen. Unter Bedingungen der unteren Atmosphäre,
also im Luftraum bis rd. 25 km Höhe, gibt es weder die eine noch die andere Voraussetzung für das Auftreten
quantenphysikalischer Reemission empfangener Wärmestrahlung einzelner Moleküle. In diesem Bereich wird ggf. die
durch Absorption von Strahlung aufgenommene Energie unverzüglich in die Form Wärme transformiert und ebenso
schnell durch Konvektion und Leitung an die unmittelbare Umgebung abgegeben. Der experimentelle Nachweis von
(Re-)Emission auf quantenphysikalischer Grundlage unter den Bedingungen der unteren Atmosphäre ist zudem
bisher nicht erbracht worden. Dabei wäre diese Reemission, wenn es sie denn gäbe, recht einfach nachzuweisen.
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Der Autoren glaubt wohl nicht, daß ein Gas einer bestimmten Temperatur abstrahlen kann, da nichtstrahlende Prozesse
in der dichten Atmosphäre überwiegen und Strahlungsprozesse durch Stöße o.ä. verhindert werden.
Wenn man ein dichtes Gas in einen Behälter einsperrt, der für jede Strahlung durchlässig ist, so kann man solbstverständlich, trotz aller nichtstrahlenden Prozesse im Behälter, außen die Abstrahlung von Wärmestrahlung messen!

Es ist so, daß jeder Körper einer bestimmten Temperatur abstrahlt! Sogar das Weltall mit -270 °C strahlt (kosmische Hintergrundstrahlung), allerdings bei sehr langen Wellenlängen (mm)!

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Und wir können zufrieden mit diesem Sachverhalt sein. Würde die gegebenenfalls von einzelnen Molekülen innerhalb
von Gasgemischen absorbierte Strahlung nicht in Wärme transformiert, sondern, wie jetzt behauptet, in gleicher
Qualität wieder abgestrahlt, dann würde beispielsweise die UV-Strahlung der Sonne nicht vom Ozon der Atmosphäre
herausgefiltert werden können; die Hälfte der von der Sonne an der Grenze der Atmosphäre eintreffenden
UV-Strahlung käme dann noch am Erdboden an.
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Das behauptet niemand! Natürlich wird die Solarstrahlung in der Atmosphäre und am Erdboden umgewandelt.

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Eine Rückstrahlung der von der Erdoberfläche abgehenden Wärmeabstrahlung wieder zur Erde hin wäre
ausschließlich durch Reflexion möglich, ähnlich der Wirkung der Alu-Folie unter der Wärmeisolierung in unseren
Dächern.
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Das ist eine falsche Schlußfolgerung nach den obigen Erklärungen.

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Reflexion gibt es jedoch durch das in der Lufthülle (unterste ca. 25 km der Atmosphäre) gleichmäßig
verteilte CO2 nicht. Reflexion, wie Brechung, dies ist aus der Strahlenoptik bekannt, tritt nur an Grenzschichten von
Stoffen unterschiedlicher optischer Dichte oder an Phasengrenzen eines Stoffes oder Stoffgemisches (fest-flüssig,
flüssig-gasförmig, fest-gasförmig) auf, so z.B. an Wassertropfen oder Eiskristallen in/an der feuchten Luft, an der
Grenze Luft-Wasser, nicht aber innerhalb von homogenen Stoffen, wie z. B. Gase und Gasgemische (Luft), Wasser,
Glas.
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Wieder falsch. Selbstverständlich gibt es Reflexion an einzelnen Molekülen, besser elastische Streuung.
Die makroskopische Erscheinung der Reflexion entsteht durch konstruktive Interferenz
des Lichtes, das von den Molekülen abgegeben wird. Sind diese Moleküle flächig angeordnet wie aus der Alu-Folie, so kann das Licht konstruktiv interferieren und bildet einen reflektierten Strahl. Wenn die Moleküle regellos in einem Gas verteilt sind
sind die Chancen dafür schlechter, da sich konstruktive und destruktive Interferenz ausgleichen.

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Die Absorption von Strahlungsenergie innerhalb der Lufthülle, verursacht von Bestandteilen wie CO2, führt nun aber
keineswegs zu einer Erwärmung. Die Gründe hierfür sind weitgehend bekannt und können wie folgt zusammengefaßt
werden:

In der Lufthülle der Erde sinkt auf Grund des mit der Höhe abnehmenden Druckes die Temperatur kontinuierlich, bei
trockener Luft um 1oC je 100 m Höhe, unter üblichen atmosphärischen Bedingungen (feuchte Luft) um etwa 0,7oC je
100 m Höhe. Oben ist es also kälter als unten.

Wenn innerhalb der Atmosphäre Wärmeabstrahlung der Erde absorbiert wird, erwärmt sich die absorbierende
Materie. Der für einen Ruhezustand der Luftschichten notwendige und gegebenenfalls zuvor bestandene vertikale
Verlauf von Temperatur, Volumen und Druck wird gestört. Luft dehnt sich bei Erwärmung aus, wird bezogen auf die
Volumeneinheit leichter als die umgebende, auch darüberliegende, kühlere Luft, und steigt deshalb auf.
Gegebenenfalls absorbierte Wärme wird durch Luftmassenaustausch abgeführt. Ebenso wie jene Wärme, die der
Luft durch Konvektion zugeführt wird. Es kommt somit zur Abfuhr der absorbierten Wärme durch Aufsteigen der
erwärmten Luft. Dieser Vorgang ist übrigens auch unter dem Begriff Thermik geläufig. Beim Aufsteigen der Luft sinkt
gleichzeitig durch Ausdehnung infolge Druckabnahme deren Temperatur, so daß sich keine Erwärmung einstellt.
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Das ist richtig, aber die Wärme muß ja letzen Endes in den Weltraum zurück. In der oberen Atmosphäre werden diese
Prozesse durch den Strahlungstransport abgelöst.

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Voraussetzung für jede Art der Wärmeübertragung ist stets, daß der Absender wärmer ist, also eine höhere
Temperatur ausweist als der Empfänger.
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Falsch, wegen Nichtanwendbarkeit des Entropiesatzes

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Die durch Strahlung übertragbare Wärme ist dabei proportional der
Differenz der jeweils 4. Potenzen der Temperaturen des aussendenden und des empfangenden Ortes. Wegen der
einheitlichen Temperatur innerhalb kleinster Gasvolumina in der Luft und der mit der Höhe rückläufigen Temperatur ist
es ausgeschlossen, daß es z. B. durch CO2-Anteile zu einer Rückübertragung der von der Erde oder erdnäher
liegenden Schichten abgehenden Wärmeabstrahlung wieder zur Erde hin kommen kann.
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Der Autor meint das Stefan-Boltzmannsche Strahlungsgesetz. Dieses ist ein "makroskpisches Gesetz", wie
das zugrundliegende Plancksche Strahlungsgesetz auch. D.h. die mikroskopischen quantenphysikalischen Prozesse,
die zum Thermalisieren und Abstrahlen führen, werden nicht erfasst. Die beiden Strahlungsgesetze ergeben sich jedoch aus
der Quantenphysik. Das Plancksche war schließlich die Ursache für die Entdeckung des gequantelten Charakters der Natur.

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Wenn im untersten Bereich der Atmosphäre die Temperatur ansteigen soll, dann muß es innerhalb des gesamten
Bereiches der Lufthülle, also von Bodennähe bis zum oberen Rand des Bereichs der Lufthülle, wo der Übergang vom
Gaszustand zum Vakuum eintritt, zu einer Erhöhung der Temperatur kommen. Dies ist jedoch auszuschließen, da mit
einem Temperaturanstieg am oberen Rand der Lufthülle die Abstrahlungsleistung in Richtung All
(Hintergrundtemperatur des Alls: etwa -271o C) ansteigen würde. Somit stiege dann dort die Kühlleistung und damit
die Wärmeabfuhr an, womit ein eventueller vorheriger Temperaturanstieg wieder ausgeglichen würde.

Vielfach gebrauchen Klimatologen beim Beschreiben von Energiezuständen den Begriff Strahlungsgleichgewicht. Im
Grenzbereich Gas-Lufthülle zum vakuum-ähnlichen Bereich, wäre dieser richtig angewendet. In tieferliegenden
Regionen gilt jedoch das thermodynamische Gleichgewicht, welches bedeutet, daß sämtliche, wie auch immer
empfangene Energie entweder gespeichert - verbunden mit Erwärmung, Ausdehnung und/oder Druckerhöhung,
Stoffumwandlung - oder aber wieder abgegeben wird, und zwar über Konvektion, Leitung und auch Strahlung. Es
dürfte ein Basis-Irrtum der Klimatologen sein, vom "Strahlungsantrieb" des Klimas zu sprechen und sich lediglich mit
der Energieübertragung durch Strahlung zu befassen.
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Folgefehler

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Auch die von Klimatologen vielfach dargelegte Annahme, daß es ohne "...den weitgehend durch die Eigenschaft
bestimmter Spurengase... " in der Atmosphäre verursachten Treibhauseffekt ("...daran ist...CO2 mit 62 % beteiligt..."),
wie beispielsweise der Frankfurter Geowissenschaftler Schönwiese ausführt, wesentlich kälter auf der Erde wäre, ist
unzutreffend. Jede Atmosphäre führt im Vergleich zum Fehlen einer solchen zu völlig anderen Verhältnissen. Je höher
dabei die Gashülle, je höher der Gasdruck am Boden der Gashülle ist, desto wärmer ist es auch im unteren Bereich
der Gashülle. Enthielte unsere Atmosphäre beispielsweise die doppelte Luftmenge, hätten wir also einen Luftdruck von
2 bar in Meereshöhe, dann wäre es hier auch um ungefähr 35o C wärmer. Dies wäre ausschließlich die Folge dessen,
daß mehr Atmosphäre vorhanden wäre. Dabei spielen Spurengasanteile, wie z. B. die des CO2, keine Rolle.
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Hier fehlt grundsätzlich ein Argument, es gibt auch keines. Die Behauptung ist einfach falsch. Ein Beispiel: Der Jupiter hat eine Atmosphäre, die einer derart hohen Druck hat, daß sich das Gas zum Inneren verflüssigt. Und trotzdem ist es dort ca. -130°C kalt (in dichten Atmosphäre).

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Zur Vermeidung von Mißverständnissen wäre es sinnvoll, nicht mehr den Begriff "Treibhauseffekt" für die
Beschreibung der Verhältnisse in einer Atmosphäre zu verwenden. Richtiger wäre es, von einem "Atmosphäreneffekt"
zu sprechen, um die Temperaturwirkungen der Atmosphäre zu beschreiben und zu erklären. Wenn die
Erdatmosphäre unter sonst unveränderten Bedingungen keine der o. a. Spurengase enthielte, wäre es am Boden
dieser Atmosphäre ebenso warm wie es mit diesen Spurengasanteilen ist. Minimal-Anteile der obengenannten Gase
können lediglich die Methode der Wärmeabfuhr beeinflussen, nämlich Strahlung oder Konvektion (mit
Massenaustausch), nicht aber die Transportrichtung. Eine Erwärmungswirkung im Lebensraum der Menschheit durch
höhere Spurengasanteile kann und muß deshalb ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich anders ist es jedoch mit dem Wasser in der Luft. Dieses tritt in drei Aggregatszuständen auf. Die feste
und die flüssige Form (Wolken) zeigen gravierend andere Strahlungseigenschaften als Gase: sie reflektieren. Damit
hat ausschließlich Wasser Qualitäten, die den Reflexionswirkungen eines Treibhausdaches (reflektierende, allerdings
örtlich fixierte und einigermaßen gasdichte Glasscheibe oder Folie) ähnlich sind. Den vertikalen Luftaustausch können
Wolken jedoch nicht verhindern. Darüber hinaus werden bei Kondensation und Erstarrung des Wasseranteils der Luft
erhebliche Wärmemengen abgegeben, gegen die die Wärmetransport- und -speichermöglichkeiten der Spurengase
völlig unbedeutend sind.

Nennenswerte Erhöhungen des Wassergehaltes der Atmosphäre würden zudem auf mehrfache Weise Temperatur
und Wetter verändern:

Reflexion der hereinkommenden wie der abgehenden Strahlung,

Erhöhung der über Verdunstung vom Erdboden abgeführten Wärme,

Geringfügige Erhöhung des Luftdrucks und damit der Temperatur.

Letztere Wirkung ist jedoch keinesfalls erheblich. Unterstellt man z. B. eine 20-prozentige Steigerung des
Wassergehalts (von 2,5% auf 3%), so erhöhte sich der Luftdruck um ungefähr 5 mbar, woraus eine
Temperaturerhöhung von rd. 0,3o C resultierte. Aber gleichzeitig gäbe es mit der einhergehenden Erhöhung der
Niederschlagsmenge auch eine gegenläufige Entwicklung.

Die Temperaturbedingungen in unserem Lebensraum haben wir - neben der durch die Sonne zugeführten Energie -
allein dem Vorhandensein und den Eigenschaften der Lufthülle einschließlich der Präsenz des Wassers zu
verdanken. Solange die Luft in trockenem Zustand 79% Stickstoff und 21% Sauerstoff und unter Normalbedingungen
außerdem Feuchtigkeit enthält, der Luftdruck in Meereshöhe weiterhin bei ungefähr 1 bar bleibt, können die
Spurengase keine anderen Qualitäten und Wirkungen erzeugen. Nach dem Wissensstand der Physik, insbesondere
der Thermodynamik (Wärmelehre), ist es ausgeschlossen, daß es durch Spurenanteile von CO2 und/oder anderen
vergleichbaren Gasen in der Luft zu einer Erwärmung bzw. zu einem Klimaproblem kommen kann. Lediglich der
Wassergehalt der Atmosphäre ist klimawirksam. Die Wirkungen unterschiedlicher Wassergehalte dürften jedoch im
Bereich der bisher beobachteten Klimavariationen in der Spanne von trockenen und feuchten Jahren liegen, also keine
katastrophalen Ausmaße annehmen.

Dipl.- Ing. Heinz Thieme
41564 Kaarst
Holzheimer Str. 5
Tel. 02131-514462

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Über die Rolle der Wolken bei der globalen Klimaänderung wird, wie erwähnt, gefoscht.

Gruß
Markus

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