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Wetterzentrale Forum Archiv 2001 2. Halbjahr

Hier mal ein Zeitungsartikel von damals

Geschrieben von: Winterprophet aus Greifswald [8m ü. NN]
Datum: 17. November 2001, 14:45 Uhr


Größte Sturmflut seit 40 Jahren
Hochwasser schwappte über die Greifswalder Deiche – Aufräumarbeiten in vollem Gange

Greifswald. Wenn zunächst ein mäßiger Südwest-Wind viel Wasser in die nordöstliche Ostsee bewegt und der Wind dann plötzlich und großflächig auf Nordost umschlägt, muss die mecklenburgisch-vorpommersche Ostseeküste mit einer Sturmflut rechnen. Diese Windkonstellation, so das Seewetteramt Hamburg, tritt allerdings selten auf. Nach 40 Jahren Pause war es am 4. November wieder soweit. In der Nacht zum Samstag kletterte der Pegel des Sturmhochwassers im Raum Greifswald auf 1,94 Meter über Normalstand. Doch zunächst blieb ein Großalarm aller Einsatzkräfte aus, da der automatische Pegelmesser versagte. Derweil schwappte das Wasser bereits über das nur 1,50 Meter hohe Deichsystem der Hansestadt. Ein Deich an den Bleichen brach, Wieck und Ladebow meldeten Land unter. Die Greifswalder Salinenstraße stand unter Wasser, ebenso der Hanse Ring und die Hafenstraße. Bedrohte Personen in Eldena wurden aus der Gefahrenzone gebracht. Zur Sicherung der Deiche im Stadtzentrum füllten die Einsatzkräfte 1200 Sandsäcke und brachten sie vor Ort.
Ab 0:35 Uhr sank der Pegel wieder. Doch nun konnte das Wasser nicht schnell genug abfließen, da die Deiche im allgemeinen keine Klappen für den Rücklauf haben. Dort, wo die Deiche hoch genug waren, nämlich in Wieck, waren die tieferliegenden Hauser auch nicht besser dran, da das Wasser hier vom Ryck heranspülte. Inzwischen sind die Wassermassen weitgehend abgeflossen und die Aufräumarbeiten allerorten in vollem Gange. In Wieck ist vor allem verdorbenes Mobiliar zu beklagen. Recht glimpflich kamen die Segler und Skipper davon, bis auf die gesunkene „Triton“ im Museumshafen und die aufs Land gehobene „Qualle“ in Wieck sind an den Schiffen keine Schäden zu beklagen, wenngleich die Büros und Werkstätten verlustreich tief im Wasser standen.
Von ganz anderer Dimension dagegen sind die Brüche an den Deichanlagen. Hier werden wohl Millionen Mark fällig sein. Wie viel davon die Stadt zu zahlen hat, muss, so die Pressestelle des Oberbürgermeisters, noch geklärt werden.

Ich habe noch mehr Zeitungsberichte und auch noch Bilder von damals aus der Ostsee-Zeitung, aber leider habe ich keinen Scaner! Vielleicht scane ich es kommende Woche an der Uni mal ein.

MfG Michael

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